﻿Mittheilungen aus dem physiologischen Privatlaböratoriiun in Prag. 727
Arterienquerschnittes vom Herzen, sondern wesentlich auch von der Beschaffenheit der Gefässwände abhängt und dass es Arterienquerschnitte gehen muss, die eben so weit, ja seihst noch weiter vom Herzen entfernt sind, als andere, und an welchen die Pulswelle nichts desto weniger früher anlangt, als an den letzteren.
II.	Es ist wahrscheinlich, dass die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Pulswelle im Allgemeinen vom Centrum gegen die Peripherie hin ab nimmt. Das Wort Peripherie ist hier weniger im geometrischen, als vielmehr im anatomisch-physiologischen Sinne zu verstehen ; es soll nicht bins die Distanz eines Arterienquerschnittes vom Centrum (Herz) (absolute Länge der Gefässbakn) bezeichnen, sondern wesentlich auch die mit der Annäherung des Querschnittes an die Peripherie papillären) Hand in Hand gehende Structurveränderung der Arterien.)
Dieser Satz wird sich erst dann mit Sicherheit erweisen lassen, wenn die Vorrichtungen und Methoden zur Messung der Pulsverspätung soweit vervollkommnet sein werden, dass man die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Pulswelle in ähnlicher Weise, wie es Munk für die Fortpflanzung der Erregung im Nerven getlian) an genau bestimmten centralen und peripherischen Strecken ein und derselben Gefäss-balm exact zu messen im Stande sein wird.
Sollte sich der Satz bestätigen, so würde die bekannte Berechnung der Länge einer Pulswelle aus der als gleichförmig vorausgesetzten Fortpflanzungsgeschwindigkeit derselben und aus der Dauer der Systole ganz unzulässig erscheinen. Während aus meinen bisherigen Ermittelungen (Satz I folgtj dass diese Berechnung für verschiedene Gefäss-balinen eine verschiedene Länge der Pulswelle ergeben würde, müsste die Bestätigung von Satz II jedes Resultat dieser Berechnung absolut unrichtig machen.
III.	Die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Pulswellen ist bei Kindern kleiner als bei Erwachsenen.
Dieser Satz ist eine weitere Folgerung, welche ich aus der Weher-sclien Theorie der Pulsbewegung gezogen und durch meine Versuche erwiesen habe.
Wenn die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Pulswellen in erster Linie von der physikalisch-anatomischen Beschaffenheit der Arterienwandungen abhängt, so muss bei der grösseren Zartheit und Dehnbarkeit der kindlichen Arterien, die Geschwindigkeit, mit welcher die Pulswelle von Querschnitt zn Querschnitt fortrückt, bei Kindern offen-