﻿Mittlioilung'en aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag.	729
hoc m animdMbm aut hominibus quibusdam uccidere posset, ut initium pulsus cordis dirjito tangente non sentiumus, quippe quod, prmsquam ad costas appellitur , locum mature debet, ita ut contractionem ex parte absolve)'it. cum ad costas appellitur.«
Heut zu Tage könnte es wolil Niemandem einfallen durch dieses obendrein indirecte Argument Weitbrecht gegen Haller in Schutz zu nehmen, da man längst weiss, dass sich das Herz nicht von der Brustwand entfernen kann, fum dann während der Systole gegen die Hippen, wie ein Glockenschwengel, anzuschlagen, — und da sich zur Vergleichung des Herzchocs und der Pulse der Moment der höchsten Erhebung der Brustwand und des Maximums der Expansion der Arterien elien so gut, ja noch besser eignet als der Moment des Beginnes dieser Bewegungen. Uebrigens widerlegen meine Beobachtungen Haller direct.
Ich habe nämlich sehr bedeutende Verspätungsintervalle zwischen dem Herzstoss und den Pulsen verschiedener Arterien thatsäclilich nachweisen können: ja ich habe sogar zwischen Herzstoss und Puls der Carotis bei mir selbst ein Intervall von nicht unter 0,060 Sec. mit Sicherheit eonstatirt 's. oben Tab. C—II— Mittelwerth 0,0S7 Sec.,.
Die Grösse dieses Intervalls hat mich allerdings sehr überrascht, indem die Entfernung der Carotis vom Herzen eine sehr geringe ist und die Wandungen der ganzen in Betracht kommenden Gefässbalm sehr dick und verhältnissmässig wenig nachgiebig sind.
Alles was ich über Pulsverspätung durch Beobachtung ermittelt und aus Weber s unzweifelhaft richtiger Theorie der Pulsbewegung gefolgert hatte, stand mit dieser Beobachtung in Widerspruch ; es wäre statt dieses bedeutenden gerade ein verschwindend kleines Verspätungsintervall zwischen Herzstoss und Carotispuls zu erwarten gewesen.
Ich suchte sofort nach einem etwaigen Beobachtungsfehler, allein die bei Anwendung der Methode mit dem Sphygmographen erhaltenen Herzstosscurven zeigten keine Spur einer Schleuderung des Schreibhebels, welche eine unwahre Vergrösserung des Verspätungsintervalls hätte bedingen müssen.
Ueberdies ergab auch die Berechnung des fraglichen Verspätungsintervalls einerseits aus der Differenz It—II) — (7?—C) andererseits aus der Differenz D-II — (D—C) (vgl. oben, am Schlüsse des Abschnittes C. b: S. 709—715; einen 0,060 Sec. übersteigenden Werth.
Endlich habe ich auch vermittelst der übrigen Messungs- und Schätzungsmethoden — trotz ihrer erörterten beschränkten Zuverlässigkeit. ein ähnliches Resultat erhalten und so dürfte denn die Richtigkeit desselben sicher gestellt erscheinen.