﻿734 Mitteilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag.
scheibe von E einen bedeutend kleineren Durchmesser hat, als das Lumen der Röhre B (s. Fig. 9 II . Das Ausströmen der Exspirationsluft durch die Röhre E wird hingegen dadurch ermöglicht, dass der mittlere Theil der elastischen Membran gegen das Lumen von B hin Raum findet sich vorzuwölben und die Passage durch E freizugeben, wenn — wie es im Stadium der Exspiration der Fall ist — der Luftdruck in 1 grösser, in B kleiner, ja negativ wird (s. Fig. 9 III .
Fig. 9. Dient zur Erläuterung der zuletzt erwähnten Modifie»-tionen der Athmungscaniile.
A centraler Ventilraum der Canüle : B Rohre , welche mit dem Blasbalg communicirt ; D Rühre, deren i-nde in^ die Trachea des Thieres eingebunden ist : £ Abzugsrohre für die Exspirationsluft ; in membra-nöses^ Ventil, welches am Umfang der Endplatte von B befestigt, zwischen dieser und der Endplatte ' on h horizontal ausgespannt ist; s, s' peripherisch gelegene Spaltöffnungen des membranösen Ventils.
I.	Die Canüle im Zustand der Ruhe, wo das membranöse Ventil nach unten mit der Endplatte von R, nach oben mit der Endplatte von E gleichzeitig in Berührung steht.
II.	Die Canüle im Zustand der Inspiration, d. h. wenn die Luft aus dem Blasbalg durch B in der Richtung der Pfeile durch A und Rin die Lungen des Thieres eingetrieben wird; die Linie rn versinnlicht wie das membranöse Ventil von B abgehoben, den Eintritt der Luft nach Ä durch die Spaltöffnungen s, s' gestattet, und das Röhrenende von E gleichzeitig hermetisch abschliesst, so dass keine Spur von Luft durch E entweichen kann.
HI. Die Canüle im Zustand der Exspiration, d. h. wenn die Luft aus den Lungen des Thieres — nach Entleerung des Blasbalgs oder Sistirung seiner Thätigkeit — durch B nach A zurückkehrt. Die Linie m macht anschaulich, wie dann das membranöse Ventil die Röhre B hermetisch abschliesst und gleichzeitig das Röhrenende E wegsam macht, so dass die Exspirationsluft ausschliesslich iin der Richtung der Pfeile) durch E entweichen muss.
b) Verbesserung an der Du-Bois - Kühne’schen Vorrichtung zu Versuchen über chemische Reizung der Muskeln.
Du-Bois hat bekanntlich eine elegante Vorrichtung beschrieben1 . welche zum Zwecke hat. »die Versuche über unmittelbare chemische Reizung der Muskeln, in der Gestalt, welche Kühne ihnen ertheilt hat 'Müll. Arch. 1S59 S. 215) einer grösseren Versammlung vorzuführen.«
1 E. du Bois-Reymoxd : Begehr, einiger Vorricht..u. Versuchsw. zuef-pliys. Zwecken. Berlin, Dümmler 1S6U