﻿740 Nachweis d. Erscheinung d. sog. Pulsverspätung beim Frosch etc.
einerseits, am Blutstrome der peripherischen Gekrösarterien andererseits ermöglicht war .
Beruht ja doch auf demselben Principe des Doppeltsehens eine bekannte mikrometrische Methode, deren Schärfe und Zuverlässigkeit bei hinreichender Uebung von Harting hoch angeschlagen wird ! —
I.	Der arterielle Blutstrom im Gekröse des Frosches zeigt in einem und demselben Gefässchen unter verschiedenen Umständen beträchtliche Verschiedenheiten. Die Strömung kann nämlich :
1.	so ungemein rasch und so gleichmässig sein, dass von einer mit der Pulswelle eintretenden Beschleunigung derselben kaum etwas zu sehen ist ; oder
2.	es ist die jedesmalige Beschleunigung der Strömung während der Systole, die Verzögerung der Strömung während der Diastole vollkommen deutlich wahrnehmbar; die Strömung bleibt aber dabei eine continuirliche ; oder
3.	es geht die diastolische Verzögerung der Strömung in vollständigen Stillstand der ganzen Blutsäule über, welche sich dann nur mit jeder neuen Pulswelle stossweise weiter bewegt : oder
4.	die diastolische Verzögerung der Strömung schlägt in eine mehr oder weniger bedeutende rückläufige Bewegung um, so dass die Blutsäule mit der Systole so zu sagen zwei Schritte vorwärts, mit der Diastole einen Schritt rückwärts strömt : wobei aber immer noch eine Fortbewegung des Blutes in der legitimen Richtung zu Stande kommt : oder
5.	die Blutsäule oscillirt nur hin und her, ohne dabei fortzurücken : oder endlich
6.	die Fortrückung der Blutsäule nimmt eine centripetale Richtung an, in welcher sie durch jede neu ankommende Pulswelle ganz umgekehrt, zum völligen Stillstand gebracht oder doch mehr oder weniger verzögert wird.
II. In allen den Fällen nun, in welchen der Einfluss der positiven Pulswellen auf die arterielle Blutströmung in irgend einer der beschriebenen verschiedenen Formen deutlich wahrnehmbar war, konnte ich mit Sicherheit eonstatiren, dass die Veränderungen am Blutstrome in den Gekrösarterien merklich später einzutreten begannen, als die systolische Zusammenziehung der Herzkammer und die systolische Erweiterung des Bulbus und der grossen Arterienstämme.
Es existirt somit auch beim Frosche — trotz der Kürze seiner arteriellen Blutbahn, das Phänomen der Pulsverspätung in einer sinn-