LIV.

Nachweis der Erscheinung der sogenannten Pulsver-
sptung beim Frosch, und das Verfahren dieselbe
wahrzunehmen.

[Wiener akademische Sitzungsberichte LI. Bd. 1865.]


	Das Gekrse kleinerer Thiere, z. B. des Frosches, eignet sich
bekanntlich am allerbesten zur Beobachtung des Blutumlaufes. Ist
auch das Capillarnetz hier weniger reich entwickelt als an anderen
Orten (Schwimmhaut, Lunge), so lassen sich daselbst doch alle Ver-
hltnisse des Blutlaufes in den Gefssen genau und vollstndig ver-
folgen, und namentlich bleibt bezglich der Untersuchung der Blut-
bewegung in den strkeren und schwcheren Arterien, welche an
diesem Orte so zu sagen ganz blossliegen, gar nichts zu wnschen
brig.
Schon seit lngerer Zeit mit Untersuchungen ber die Fortpflan-
zungsgeschwindigkeit der Blutwelle in den Arterien beschftigt 1,
erschien mir aus diesen und anderen Grnden das Gekrse des Fro-
sches als ein usserst passendes Object, um nachzusehen, ob sich
auch bei einem so kleinen Thiere, trotz der unbedeutenden Lnge
seiner Arterienbahnen, die zuerst von WEITBRECHT, Liscovius und
E. H. WEBER beim Menschen beobachteten Versptungsintervalle zwi-
schen dem Erscheinen des Pulses an in verschiedenen Entfernungen
vom Herzen liegenden Arterienquerschnitten nachweisen lassen?
	Zur Beantwortung dieser Frage, welche mit der Frage nach den
Fortpflanzungsgesetzen und Bedingungen der Pulswelle innig zusam-
menhngt und von allgemeinerem Interesse ist, bentzte ich folgendes
Verfahren.


Mittheilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium von J. CzuRieAn
in Prag, Nr. LIII.
