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Ueber Entfernung fremder Körper aus dem Schlunde etc.
Richtung in den Raum hinter dem Kehlkopf frei hineinragte. Ohne mich weiter mit der Untersuchung des fremden Körpers und seiner Befestigungsart aufzuhalten, aber auch ohne den fremden Körper aus dem Auge zu verlieren, führte ich die Schlundzange mit der rechten Hand — die linke hielt den Kehlkopfspiegel — in den Mund des Patienten ein.
Indem ich die im geschlossenen Zustand eingeführte Zange immer tiefer hineinschob, erschien das Bild der Zange im Spiegel und ich konnte nun die Branchen derselben, ohne irgendwo anzustossen, auf den im Spiegelbilde ebenfalls fortwährend sichtbaren fremden Körper zuleiten, denselben mit Sicherheit erfassen und mit einem Zuge entfernen. Dies war das Werk einiger weniger Secundeu und Patient hatte dabei selbstverständlich nicht im Geringsten gelitten, ja nicht einmal einen Husten- oder Würganfall bekommen!
Der entfernte fremde Körper erwies sich als eine überraschend grosse, fast überall nur 1"' dicke, dreieckige Knochenplatte (wahrscheinlich ein Stück vom Schulterblatt des Kalbes); die kürzeste der drei scharfen hie und da mit spitzen Zacken besetzten Kanten maass etwa einen W. Zoll, die längste an l12”, so dass also die Flächenausdehnung des Knochenstückes mehr als einen halben Quadratzoll betrug ! Die scheinbare Stäbchenform des fremden Körpers bei der laryugoskopischen Untersuchung war dadurch entstanden, dass sich von der im Oesophaguseingang festgekeilten Knochenplatte nur die eine, frei nach oben stehende Kante dem Blicke darbot. Die Anwendung des Sclilundstossers hätte bei der Schärfe der zackigen Ränder des Knochenstuckes leicht Unheil anrichten können und im besten Falle dem Patienten bei weitem grössere und länger dauernde Unbequemlichkeiten verursacht, als das angewendete Verfahren !
Vierter Fall.
Am 30. December 1S64 brachte ein Landmann aus Smutovic in Böhmen sein Weib zu mir, welches angeblich mit einem Bissen Semmel eine in dieser eingebackene Nadel verschluckt und bereits seit drei Tagen im Schlunde stecken hatte, was ihr unerträgliche Schmerzen verursachte und sie hinderte feste Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, indem sie sich nicht traute, einen ernstlichen Essversuch zu wagen, aus Furcht die Nadel dabei noch tiefer hinab zu schlucken.
Bei der laryugoskopischen Untersuchung der trotz ihrer Aufgeregtheit sehr verständigen und fügsamen Patientin fand ich den Zungengrund und die Epiglottis, welche sich dem ersteren innig anschmiegte, stark geschwollen und geröthet — von einer Nadel war jedoch nichts