	Ceber Entfernung fremder Krper aus dem Schlunde etc.	745

war somit sichergestellt und es handelte sich nur noch um die Entfer-
nung der Grte unter Beihilfe des Kehlkopfspiegels.
	Nach mehreren vergeblichen Versuchen, die Grte vermittelst der
mit der rechten Hand eingefhrten, lang- und sehlankarmigen Zange
zu fassen, gelang es mir zuletzt - nachdem ich mich entschlossen
hatte, den Kehlkopfspiegel mit der Rechten, die Zange aber mit der
Linken einzufhren (wodurch die Branchen die erforderliche Querstel-
luug zur Grte erhielten) - dieselbe gleich beim zweiten Versuch
sicher zu fassen und mit einem Zuge heraus zu befrdern.
	Patient fhlte sich unmittelbar darauf so wesentlich erleichtert,
dass er sich den berschwenglichsten Aeusserungen seiner Freude
und seines Dankes berliess.
	Die entfernte Grte, von der Dicke einer Stecknadel, war ziem-
lich steif, plattgedrckt, an beiden Enden usserst scharf zugespitzt
und hatte eine Lnge von 26 mm. Da das frei hervorragende Ende,
wie gesagt, etwa 6 mm lang geschienen, so musste die Grte nicht
weniger als etwa 20 mm tief in den Weiehtheilen der hinteren Rachen-
wand, in der Richtung von rechts nach links eingebohrt gewesen sein.
	Auch in diesem Falle war der rasche und sichere Erfolg der
kleinen, dem Patienten aber als eine wahre Erlsung erscheinenden
Operation, einzig und allein meinem Verfahren der Fhr u u g der
ol)erireuden Hand durch das Auge unter Beihlfe des Kehl-
kopfspiegels zu danken.
	Alle die vergeblichen, fr den Patienten sehr lstigen Bemhungen
mit dem Sehlundstosser htte mau, in diesem, wie in so vielen anderen
Fllen, wo dieses, in gewissen Fllen allerdings unentbehrliche Instru-ment 
nicht zu brauchen ist, gnzlich ersparen knnen, wenn man seine
Zuflucht in erst er Li u i e zum Kehlkopfspiegel genommen htte

Dritter Fall.
	Am 27. November 18 64 wurde 'mir aus dem Prager k. k. Garnisons-
spital Nr. I, ein Mann, J. S., pens. Armeediener, zugeschickt, welchem
heim hastigen Essen eines Gerichtes sog. Nudeln mit Kalbfleisch
Etwas im Halse stecken geblieben war, das er weder uiedersehlingen
noch hinaufwrgeu konnte und dessen Gegenwart im Sehluude ihm
bedeutende Schmerzen und Unbequemlichkeiten verursachte.
	Die Inspection mit dem Kehlkopfspiegel liess sofort einen von
Schleim umhllten fremden Krper erkennen, der rechts hinter dem
Kehlkopf im Eingange der Speiserhre festsass. Der fremde Krper
schien stheheufrmig zu sein und mit seinen usseren Enden in der
Schleimhaut zu stecken, whrend sein inneres Ende in horizontaler
