	Ueber Entfernung fremder Krper aus dem Schlunde etc.	743

bisherigen etwas rohen Manipulationen zur Entfernung des fremden
Krpers behelfen mssen.
	In allen jenen Fllen jedoch, wo kein periculum in mora vorhan-
den, oder der erste berwltigende Anfall beunruhigender Symptome
vorber ist, hat man meiner Ansicht nach zu aller er st eine laryn-
goskopische Untersuchung zu machen und nur dann, wenn man des
fremden Krpers durchaus nicht ansichtig werden sollte, zu den ge-
whnlichen Manipulationen seine Zuflucht zu nehmen, sonst aber
im m er mindestens zu versuchen unter Beihilfe des Kehlkopfspiegels
zu operiren, bevor man irgend etwas anderes Operatives unternimmt.
	Die folgenden vier Flle von gelungener Entfernung fremder Krper
aus dem Sehlunde unter Beihilfe des Kehlkopfspiegels, welche ich
schon im vorigen Jahre dem Verein praktischer Aerzte in Prag mitge-
theilt und einzeln verffentlicht habe, stelle ich deshalb zusammen,
weil sie mir geeignet scheinen die ausgesprochene Ansieht hinreichend
zu begrnden. Ich bemerke nur noch, dass ich mich in allen diesen
Fllen nur einer ganz einfachen scheerenfrmigen Schlundzange mit
hinreichend langen, stark nach unten gekrmmten und recht schlanken
Branchen bedient habe, dass aber eine Verbesserung an dieser Zange
wnschenswerth erscheint, um sie bei allen Lagerungs- und Fixations-
verhltnissen der fremden Krper gleich leicht und bequem verwenden
zu knnen. Die Zange wurde mit der einen Hand eingefhrt, whrend
die andere den Kehlkopfspiegel hielt, so dass ihr Bild gleichzeitig
mit jenem des zu entfernenden Krpers im Spiegel erschien.


Erster Fall.
	Am 21. Februar 1364 kam ein junger Mensch in grsster Eile und
Angst zu mir, um meine Hilfe wegen eines fremden Krpers in An-
spruch zu nehmen, der ihm so eben beim Kaffeetrinken im Halse
stecken geblieben sei und ihn fortwhrend zum Husten und Erbrechen
reize, sich aber trotz wiederholt eingetretenen Erbreehens und aller
mglichen sonstigen Anstrengungen nicht entfernen lassen wolle.
	Nachdem Patient noch angegeben hatte, dass der fremde Krper
linkerseits tief im Schlunde stecken msse, laryngoskopirte ich ihn
sofort und fand richtig auf der linken Seite, an der Zungenwurzel,
etwa in der Hhe der Epiglottis, einen borstenartigen Krper, dessen
usseres Ende unterhalb der linken Mandel in der Pharynxsehleimhant
tief eingebohrt festsass.
	Ich fhrte nun mit der linken Hand den Kehlkopfspiegel, mit der
rechten die gekrmmte Zange ein, erreichte und fasste den borsten-
artigen Krper sicher mit der letzteren (indem deren Bild gleichfalls
