	lieber Entfernung fremder Krper aus dem Sehlunde etc.	747

zu sehen; erst bei gleichzeitiger Senkung des Kehldeckels und Vor-
wrtsbewegung des Zungengrundes entdeckte ich in dem hierdurch
entfalteten Sinus glosso-epiglotticus der linken Seite einen kaum 3 mm
langen, an 1 mm dicken schwarzen Querstrich, welcher etwa wie ein
an die Zungenwurzel festgeklebter Kohlensplitter aussah.
	Nachdem ich hierauf neuerdings den Kehlkopfspiegel, und zwar
mit der linken Hand eingefhrt hatte, fasste ich mit der rechten die
gekrmmte, lang- und schlankarmige Schlundzange und langte damit
nach dem vermeintlichen Kohlensplitter im Grunde des linken Sinus
glosso-epiglotticus, indem ich die erforderlichen Bewegungen des im
Spiegelbilde sichtbaren Instrumentes mit Sicherheit durch das Auge
beurtheilen und leiten konnte.
	Schon beim ersten Erfassen des fremden Krpers erkannte ich,
dass derselbe von Metall sei und vermuthete um so sicherer, dass ich
das stumpfe Ende der angeblich verschluckten Nadel vor mir htte,
welche sich ihrer ganzen Lnge nach in die Zungenwurzel fest einge-
bohrt haben msse, als es mir nicht gelingen wollte, den erfassten
metallenen Krper einfach herauszunehmen.
	Als aber auch das krftigste Ziehen an dem gefassten Metallstb-
ehen in der Richtung seiner Lngsaxe erfolglos blieb, kam mir pltz-
lich der Gedanke an die Mglichkeit es mit einer Angel oder mit dem
abgebrochenen Ende einer Hkelnadel zu thun zu haben und ich ber-
legte schon, ob nicht ein Einschnitt in die Zungenwurzel, und in wel-
cher Richtung, nothwendig werden durfte, um den fixirenden Wider-
haken herauszulsen.
	Vorher musste jedoch noch versucht werden, ob sich der fremde
Krper nicht etwa durch Ziehen in anderen Richtungen entfernen oder
doch lockern lasse, denn die enorme Festigkeit der Fixirung des frem-
den Krpers konnte ja auch nur durch die Folgen des bereits in seiner
Umgebung bestehenden Entzndungsproeesses bedingt sein; vielleicht
spielte auch die Contraction der Muskelfasern der Zunge eine Rolle
dabei.
	Ich fasste daher das kurze freie Ende des fremden Krpers noch-
mals und begann dasselbe unter gleichzeitig fortgesetzter Beobachtung
des ganzen Operationsfeldes in allen mglichen Richtungen hin- und
herzuziehen und zu bewegen. Als ich unter anderen Bewegungen auch
kreisfrmige vornahm, indem ich das gefasste freie Ende hebelfrmig
zuerst nach vorn gegen den Zungengrund, dann nach unten, dann nach
hinten und endlich nach oben n. s. f. bewegte, wobei es also einen
Kegel beschrieb, dessen Spitze im Einstiehspnnkt lag - da schnellte
pltzlich das lngere bis dahin unsichtbare und, wie ich meinte ganz
