748 	L'eber Entfernung fremder Krper ans dem Schlunde etc.


in die Zunge eingebohrte spitze Ende des fremden Krpers aus der
Tiefe des rechten Sinus glosso-epigl. hervor, wo es gnzlich versteckt
gelegen hatte. Jetzt fasste ich das eben frei gewordene lngere spitze
Ende der Nadel und suchte dieselbe durch krftiges Ziehen der Rich-
tung ihrer Lngsaxe und links ans der Zunge herauszubringen.
	Doch auch jetzt machte sich ein so bedeutender Widerstand geltend,
dass die Nadel kein Haarbreit von der Stelle rckte und in der durch-
bohrten einige Millimeter langen Strecke der Zungenwurzel wie fest-
gewachsen erschien.
	Ich machte nun eine etwa '/4stndigc Pause im Operiren und liess
die Pat. ein Glas kaltes Wasser trinken, theils um der Pat. nach dem
mehrere Minuten lang ohne Unterbrechung fortgesetzten Offenhalten
des Mundes etwas Ruhe und Erholung zu gnnen, theils uni die Sinus
glosso-epigi. von den geringen Blutspuren zu subern, welche, ans dein
gezerrten Stichcanal stammend, sich daselbst angesammelt hatten.
	Als ich darauf den Spiegel wieder einfhrte, war zu meiner Ueber-
raschung gar nichts mehr von der Nadel zu sehen; wenigstens suchte
ich sie vergebens an ihrem frheren Orte an der Zungenwurzel, welche
sie in der Tiefe des Sinus glosso-epigl. quer durchspiesst hatte, und
schon frchtete ich, sie sei - so unwahrscheinlich es mir hei dein enor-
men Widerstande sein musste, welchen sic meinen Extractionsvcrsnchen
entgegengesetzt hatte - durch die Schlingbcwcgungen beim Trinken
ans ihrer so beraus festen Verbindung mit der Zunge ganz herausge-
lst und nnvermcrkt mit dem Wasser verschluckt worden.
	Diese Befrchtung war jedoch unbegrndet, denn ich fand die
Nadel endlich wieder - allerdings in einer vllig vernderten Stellung.
Sie war nmlich durch die Schlingbewegungen wenn auch nicht ganz
frei gemacht, so doch so weit gelockert, vorgeschoben und umgelagert
worden, dass sie nun aufgerichtet aus der Tiefe des rechten Sinus
glosso-epigi. gegen den Arcus puloto-glossus hervorragte und nur noch
mit ihrem ussersten stumpfen Ende im Stichcanal der Zungenwurzel
steckte. Nunmehr war es natrlich das Werk eines Augenblickes die
Nadel zu fassen und mit einem leichten Zuge gnzlich zu entfernen.
Es war diese Nadel wie die genauere Besichtigung zeigte eine grobe
Schneider-Nhnadel, 32,4 mm lang, 0,8 111111 dick, aber sehr
spitz und von schwarzer Farbe.
	Eingebacken in einer Semmel war also die Nadel von der Patientin
verschluckt worden, dabei war die scharfe Spitze der Nadel in den
linken Sinus glosso-epigi. gerathen, hatte sich daselbst in die Zungen-
wurzel eingestochen und diese in querer Richtung durchbohrt, so dass
sie im rechten Sinus glosso-epigi. wieder zum Vorschein kam. In dieser
