﻿Ueber den Spiritus asper und lenis, und über die Fliisterstimme etc. 75'd
imverengter Stimmritze erzeugt wird und dem es daher abgeht, liiu-zukommen muss, wenn ein eigentliches h entstehen soll.
4.	Dieses den //-Lauten eigentümliche Reibungsgeräusch nimmt hei allmählich wachsender gegenseitiger Annäherung der Arytänoid-knorpel und der Bänder der Stimmritze, und bei gleichzeitiger Vermehrung des Exspirationsdruckes an Stärke und Deutlichkeit zu.
Je mehr aber die Oeffnung zwischen den Rändern der Stimmritze verengt wird und sich der zur Tonbildung geeigneten Form nähert, mit desto weniger Kraft darf der Exspirationsstrom hervorgetrieben werden, wenn ein blosses Reibungsgeräusch, nicht aber ein Ton entstehen soll.
Unter diesen Umständen kann begreiflicher Weise nur ein schwaches Reibungsgeräusch zu Stande kommen, denn wird der Exspirationsdruck vermehrt, so schlägt es sofort in einen Ton um. Bhückk hatte ganz Recht, [diesen schwachen //-Laut, welcher in der bereits bis zur Möglichkeit der Tonbildung verengten Stimmritze hei entsprechender Regulirung des Exspirationsdruckes erzeugt werden kann, nicht als ein besonderes, qualitativ cliarakterisirtes Lautelement anzuführen, aber freilich nicht desslialb, weil er, wie Brücke meint, "nicht allein für sich hervorzubringen sei, ohne alsbald bei rascherem Ausfluss der Luft in andere Laute überzugehen«, sondern vielmehr desslialb, weil er nur gradweise von den übrigen//-Lauten oder Reibungsgeräuschen des Kehlkopfes verschieden ist und wahrscheinlich in dem Lautschatze gar keiner Sprache eine selbstständige Verwendung und Bedeutung hat.
Offenbar ist es dieses schwache Reihungsgeräusch, welches Pur-KYXÈ als den »leisen Hauch« bezeichnet hat und — jedenfalls irrthümlieh — für den Spiritus lenis der Griechen hält. Ich komme hierauf weiter unten nochmals zurück.
5.	Je mehr also der Exspirationsdruek vergrlssert wird, um das h kräftig und deutlich hervorzubringen, ohne die einander immer näher kommenden Stimmbänder in tönende Schwingungen zu versetzen, desto stärker werden die Arytänoidknorpel mit den Spitzen ihrer Proc, vocales nach innen gedreht, und desto deutlicher zerfällt die Stimmritze durch die beiden einspringenden Winkel, welche sie machen, in zwei Abschnitte — in einen vorderen, von den Rändern der Stimmbänder begrenzten Bänd er glottis und in einen hinteren. von den nach vorn convergirenden Prcc. vocales und der hinteren Kehlkopfswand begrenzten K n o r p e 1 gl o 11 i s — welche beide durch den mehr oder weniger verengten Raum zwischen den Spitzen der Proc, vocales unmittelbar in einander übergehen.
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