﻿754 Ueber den Spiritus asper und lenis, und über die Flüsterstimme etc.
6.	Um dem/(-Laut mehr Asperitat zu geben. wird der Exspirationsdruck noch mehr verstärkt und die Epiglottis etwas gesenkt, während ihr unteres convexes Ende, für welches ich den Namen »Epiglottiswulst« eingeführt habe1 ; . in der Sagittalrichtung stärker vorspringend gemacht wird. so dass nicht nur der Kehlkopfeingang. welcher die Form einer dreitheiligen Oeffnung annimmt bestehend aus zwei seitlichen horizontalen, zwischen dem Kehldeckel und den Lig. aryepigl., und aus einer mittleren senkrechten, zwischen den genäherten Innenflächen der Arytänoidknorpel übrigbleibenden Abtheilung) . sondern auch der über den Stimmbändern befindliche Kehlkopfraum verengt wird.
Auch die Taschenbänder beginnen sich einander zu nähern und tragen zur Beschränkung des inneren Kehlkopfraumes bei.
Während also bei der Bildung unseres gewöhnlichen Sprach-lautes h. die «Enge« einfach in der in ihrer ganzen Länge besonders stark im knorpeligen hinteren Theil klaffenden Stimmritze liegt, kommt behufs der Hervorbringung der rauheren /(-Laute noch eine »Enge« im oberen Kehlkopfraum und in der oberen Kehlkopfapertur (Ostium laryngis hinzu2 .
7.	Die Einwärtsdrehung der Arytänoidknorpel kann so weit gesteigert werden, dass sich die Spitzen der Proc, vocales in der Medianlinie berühren , die Ränder der Stimmbänder innig an einander legen und die Stimmritze somit nur noch in ihrem hintersten knorpeligen Abschnitte als rundlich-dreieckiges Loch offen bleibt.
Wenn nun noch die Taschenbänder mit ihren vorderen Theilen in Berührung gebracht werden, der Epiglottiswulst auf dieselben niedergedrückt wird und mit seinem oberen breitesten Tlieile den auseinander-
1	Meine Bezeichnung’ ist allgemein adoptirt worden; auch Hexle braucht dieselbe in seiner grossen Anatomie — ohne jedoch , wie er es dort bei der übrigen Nomenclatur der Kehlkopftlieile that, den Autor anzugeben.
2	Offenbar ist es eine solche Anordnung der Tlieile, welche der Production des Hha der Araber entspricht, doch muss ich bemerken, dass mir zur endgültigen Entscheidung sowohl dieser Frage, als auch der Frage über die Bildungsweise der übrigen Gutturales verae he, Ain, llamzc . die laryngoskopische Untersuchung geborener Araber wünschenswerth , ja nothwendig erscheint. Ich.habe zwar zuerst versucht a. a. 0. S. 570 diese Fragen durch laryngoskopische Beobachtungen an mir selbst zu lösen , nachdem ich von einem geborenen Araber jene Laute hervorzubringen gelernt hatte; allein ich bin seither wieder zweifelhaft geworden , ob ich damals die Laute auch wirklich genau aut dieselbe Weise gebildet habe, wie es die Araber tliun, und muss daher selbst eine Revision meiner eigenen und der späteren Angaben meiner Nachfolger, durch directe Untersuchung von National-Arabern als nothwendig hinstellen.