﻿Geber den Spiritus asper und lenis, und über die Fliisterstimme etc. 755
klaffenden Spitzen der Arytänoidknorpel immer näher, mit denselben wohl gar in Contact kommt, dann erscheint der ganze Kehlkopfraum in eine mehr oder weniger enge, unregelmässig gestaltete Röhre verwandelt, aus welcher die Luft mit einem sehr scharfen, blasenden Reibungsgeräusch hervorgetrieben werden kann, wenn der Exspirationsdruck gehörig gesteigert wird.
S. Alle eigentlichen/t-Laute, von denen, wie ich oben 'Nr. 1. 2 und öi mit guten Gründen auseinandersetzte, der »einfache Hauch« zu unterscheiden ist, haben also das Gemeinsame, dass es Reibungsgeräusche sind, welche die Luft beim Hindurchströmen durch eine in der Stimmritze oder im ganzen oberen Kehlkopf raum willkürlich gebildete »Enge« hervorbringt. Die Form und Ausdehnung dieser Enge. so wie die Spannungsgrade der dieselbe begrenzenden Theile können sehr verschieden sein und sind als der eine Factor der /(-Lautbildung zu betrachten. Der zweite Factor der //-Lautbildung, nämlich der Umfang und die Energie der Exspirationsbewegung, ist gleichfalls zahlloser Abstufungen fähig.
Aus der Combination und dem gegenseitigen Verhältnis# dieser beiden Faetoreu — von etwaigen nebenhergehenden Veränderungen im Ansatzrohr wie Hebung des weichen Gaumens, Näherung der Am phanjngo-pulat.. etc. abgesehen — resultirt die ganze Fülle der qualitativen und quantitativen Unterschiede der physiologisch überhaupt möglichen /(-Laute oder Spiritus asprr.
Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass zur Bildung der rauheren und stärkeren /(-Laute, welche stets eine bedeutendere Erhöhung des Exspirationsdruckes verlangt, nur mittlere d. h. weder zu grosse, noch zu kleine Durchmesser der willkürlich verengten Stimmritze, und namentlich solche Formen derselben geeignet sind. bei denen ein vollständiges Auseinanderklaffen der Arytänoidknorpel selbst und der ganzen Knorpelglottis — besonders nach hinten zu — stattfindet: denn je weiter die Stimmritze ist, desto mehr nimmt die- Möglichkeit zur deutlichen Entwicklung des für die /(-Laute charakteristischen Reibungsgeräusches ab und schwindet endlich bei vollständig geöffneter Glottis ganz , indem dann nichts anderes als der »einfache Hauch« 's. oben sub 1 zimi Vorschein kommen kann; je näher hingegen die Ränder der Stimmritze an einander rücken. desto leichter entsteht bei höherem Exspirationsdruck ein Ton statt des Reibungsgeräusches.
Die sanfteren und schwächeren /(-Laute lassen sich hingegen bei jede r Form. Ausdehnung und Beschaffenheit der im Kehl-