Ueber den Spiritus asper und lenis, und ber die Flsterstimme etc. 739


	Das Reibungsgerusch, welches hier gar keinen Zusammenhang
mit der darauffolgenden Tonbildung hat, kann allmhlich erlschen,
indem man den Exspirationsdruck vor Eintritt des Glottissehlusses
immer mehr und mehr schwcht oder ganz aufhebt, oder aber es kann
pltzlich abschnappen, indem man den krftig hervorgetriebenen Luft-
strom durch die rasche Herstellung des Glottisschlusses
unterbricht.
Dabei entsteht dann ein eigenthmliches klappendes Gerusch,
we!-
dies dem der tonlosen Verschlusslaute (Tenues) vollkommen analog
ist
(s. weiter unten).
	ad c) Die Stimmritze ist hier im Zustande luftdichten Verschlusses
und muss daher erst geffnet und in eine klaffende Spalte verwandelt
werden, deren Form und Querdurchmesser eben der intendirten Ton-
bildung entspricht.
	Bevor der hervorgetriebene Luftstrom die klaffenden Stimmbnder
in tnende Schwingungen versetzen kann, muss derselbe allemal ein
Reibungsgerusch erzeugen, weil der Ton unter diesen 
Umstanden
nicht s o fo r t anspricht, welches wie in dem sub a behandelten Falle
unmittelbar in den Ton bergehen wird.
	Geschieht (lie Lsung des Glottisverschlusses mit einer gewissen
Pltzlichkeit und bei vergrssertem Exspirationsdruck, so geht dein
Reibungsgerusch, aus welchem erst der Ton hervorgeht, ein eigen-
thmliches explosives Gerusch voraus, das jenem der tonlosen Ver-
schlusslaute ganz analog ist. Dieses Gerusch kann am deutlichsten
und fr sich allein wahrgenommen werden, wenn man auf die explosive
Losung des Glottisschlusses eine pltzliche und vollstndige Erweite-
rung der Stimmritze folgen und den Luftstrom hernach vollkommen
gusehlos austreten lsst. oder aber denselben durch Anhalten der
Exspirationshewegung ganz unterbricht. Man kann sich auf diese
Weise leicht berzeugen, dass die explosive Lsung sowohl, W8 (lie
pltzliche Herstellung (s. oben ad b' des Stimmritzenschlusses mit
einem eigenthmlichen Gerusche verbunden ist, welches den akusti-
sehen Charakter des Gerusches der tonlosen Verschlusslaute besitzt.
Bei der Bildung z. B. des p verhalten sich die Lippen des Mundes
genau eben so wie hier die Lippen derStimmritze.
	ad d' In diesem Falle ist die Stimmritze von vornherein vollstn-
dig geschlossen, der Luftstrom ganz unterbrochen und, wenn die
Stimmbnder als auf- oder durchschlagende Zungen gestellt sind, wird
der gewnschte Ton bei gengender Steigerung des Exspirations-
druckes mit der ersten explosiven Erffnung der Stimmritze in voller
Strke und Reinheit hervorbrechen.
