﻿Ueber den Spiritus asper und lenis, und über die Fliisterstimnie etc. 759
Das Reibungsgeräusch , welches hier gar keinen Zusammenhang mit der darauffolgenden Tonbildung hat, kann allmählich erlöschen, indem man den Exspirationsdruck vor Eintritt des Glottisschlusses immer mehr und mehr schwächt oder ganz aufhebt, oder aber es kann plötzlich abschnappen, indem man den kräftig hervorgetriebenen Luftstrom durch die rasche Herstellung des Glottisschlusses unterbricht. Dabei entsteht dann ein eigenthümliches klappendes Geräusch, welches dem der tonlosen Verschlusslaute ( Tenues) vollkommen analog ist (s. weiter unten).
ad c) Die Stimmritze ist hier im Zustande luftdichten Verschlusses und muss daher erst geöffnet und in eine klaffende Spalte verwandelt werden, deren Form und Querdurchmesser eben der intendirten Tonbildung entspricht.
Bevor der hervorgetriebene Luftstrom die klaffenden Stimmbänder in tönende Schwingungen versetzen kann, muss derselbe allemal ein Reibungsgeräusch erzeugen, weil der Ton unter diesen Umständen nicht sofort anspricht, welches wie in dem sub a behandelten Falle unmittelbar in den Ton übergehen wird.
Geschieht die Lösung des Glottisverschlusses mit einer gewissen Rlötzliehkeit und bei vergrössertem Exspirationsdruck, so geht dem Reibungsgeräusch, aus welchem erst der Ton hervorgeht, ein eigenthümliches explosives Geräusch voraus, das jenem der tonlosen Verschlusslaute ganz analog ist. Dieses Geräusch kann am deutlichsten und für sich allein wahrgenommen werden, wenn man auf die explosive Lösung des Glottisschlusses eine plötzliche und vollständige Erweiterung der Stimmritze folgen und den Luftstrom hernach vollkommen geräuschlos austreten lässt. oder aber denselben durch Anhalten der Exspirationsbewegung ganz unterbricht. Man kann sich auf diese Weise leicht überzeugen, dass die explosive Lösung sowohl, wie die plötzliche Herstellung (s. oben ad b des Stimmritzenschlusses mit einem eigenthümlichen Geräusche verbunden ist, welches den akustischen Charakter des Geräusches der tonlosen Verschlusslaute besitzt. Bei der Bildung z. B. des p verhalten sich die Lippen des Mundes genau eben so wie hier die Lippen der Stimmritze.
ad d ln diesem Falle ist die Stimmritze von vornherein vollständig geschlossen, der Luftstrom ganz unterbrochen und, wenn die Stimmbänder als auf- oder durchschlagende Zungen gestellt sind, wird der gewünschte Ton bei genügender Steigerung des Exspirationsdruckes mit der ersten explosiven Eröffnung der Stimmritze in voller Stärke und Reinheit hervorbrechen.