Ueber den Spiritus asper und icuis, und ber die Flsterstimme etc. 753


unverengter Stimmritze erzeugt wird und dem es daher abgeht, hin-
zukommen muss, wenn ein eigentliches h entstehen soll.
	4. Dieses den h-Lauten eigenthmliche Reibungsgeruseh nimmt
hei allmhlich 'wachsender gegenseitiger Annherung der Arytlinoid-
knorpel und der Rnder der Stimmritze, und bei gleichzeitiger Ver-
mehrung des Exspirationsdruckes  an Strke und Deutlichkeit zu.
	Je mehr aber die Oeffnung zwischen den Rndern der Stimmritze
verengt wird und sieh der zur Tonbildung geeigneten Form nhert,
mit desto weniger Kraft darf der Exspirationsstrom hervorgetrieben
werden, wenn ein blosses Reibungsgerusch, nicht aber ein Ton ent-
stehen soll.
	Unter diesen Umstnden kann begreiflicher Weise nur ein
schwaches Reibungsgeruseh zu Stande kommen, denn wird der
Exspiratiousdruck vermehrt, so schlgt es sofort in einen Ton um.
BRCKE hatte ganz Recht, !diesen schwachen h-Laut, welcher in der
bereits bis zur Mglichkeit der Tonbildung verengten Stimmritze bei
entsprechender Regulirung des .Exspiratiousdruekes erzeugt werden
kann. nicht als ein besonderes, qualitativ charakterisirtes  Lautelement
zanzuf
Uhren, aber freilich nicht desshalb, weil er, wie BRCKE meint,
nicht allein fr sieh hervorzubringen sei, ohne alsbald bei rasche-
rem Ausfluss der Luft in andere Laute berzugehen, sondern viel-
mehr desshalb, weil er nur g r a d w ei s e von den brigen /z-Lauten
oder Reibungsgerusehen des Kehlkopfes verschieden ist und wahr-
scheinlich in dem Lautschatze gar keiner Sprache eine selbststn-
di g e Verwendung und Bedeutung hat.
Offenbar ist es dieses schwache Reibnngsgeruseh, welches PUR-
	als den leisen Hauch bezeichnet hat und - jedenfalls
irrthmlich - fr den Spiritus len/s der Griechen hlt. Ich komme
hierauf weiter unten nochmals zurck.
	5. Je mehr also der Exspirationsdruck vergrssert wird, um (las
Ii krftig und deutlich hervorzubringen, ohne die einander immer
nher kommenden Stimmbnder in tonende Schwingungen zu ver-
setzen, desto strker werden die Arytuoidknorpel mit den Spitzen
ihrer Proc. tocales nach innen gedreht, und desto deutlicher zerfllt
die Stimmritze durch die beiden einspringenden Winkel, welche sie
machen, in z w e i Abschnitte - in einen vorderen, von den Rndern
der Stimmbnder begrenzten Bnderglottis und in einen hin-
teren, von den nach vorn convergirenden Proc. vocales und der hin-
teren Kehlkopfswand begrenzten Knorpelglottis - welche beide
durch den mehr oder weniger verengten Raum zwischen den Spitzen
der Proc. rocules unmittelbar in einander bergehen.
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