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Ein Experiment über die Beziehungen des Gasvechsels etc.
Mache ich hingegen 10—18 ausgiebige Athemzüge in 15 Sec. und unterbreche dann die Athmung mit einer gleich tiefen Inspiration wie das erste Mal, so kann ich den Athem eine ganze bis a n de r thalb Minuten anhalten. ehe ich mich durch denselben Grad von Athem-noth gezwungen fühle wieder Athem zu schöpfen.
Ich habe den beschriebenen Versuch unzählige Mal mit überzeugendem Erfolg wiederholt und zweifle nicht, dass derselbe Jedem gelingen wird, der ihn mit Sorgfalt und Aufmerksamkeit anstellt.
Die ealmirende Wirkung des gesteigerten Gaswechsels in den Lungen wächst jedoch nicht in geradem Verhältnis« mit der Vergrös-serung der Energie der Athembewegung und der Verlängerung der verstärkten Respiration vor Anhalten des Athems, sondern findet wahrscheinlich wegen des in Folge der Anstrengung der Athemmus-keln und der Gefässaufregung gesteigerten Ö-Verbrauchs alsbald eine Grenze, so dass es durch willkürlich verstärkte Athmung wohl niemals zur vollständigen Apnoe kommen kann.
Nach den RosEXTHAL’schen Ermittelungen über die Umstände, durch welche die Athembewegungen angeregt werden, war der Erfolg meines Versuches vorauszusehen, weil durch das verstärkte Athmen nicht nur der Ö-Gehalt des Blutes sondern auch der Luft, welche nach der letzten Respiration in den Lungen eingeschlossen wird, zunimmt ; überraschend bleibt es nur. dass sich schon ein so merklicher Unterschied in der Zeit, während welcher der Athem angehalten werden kann, geltend macht — selbst wenn das willkürlich verstärkte Athmen nicht länger als 15 Sec. und darunter gedauert hat.
Jena, den 20. Jan. 1866.