﻿Zwei Beobachtungen über die sogenannten Manége-Bewegungen etc. 771
vermittelst der schneidenden Seitenränder der Nadelspitze zu einer kleinen, quergerichteten Spalte zu erweitern.
Kaninchen No. 1 befand sich unmittelbar nach dem Stiche anscheinend vollkommen wohl und blieb ruhig sitzen, wie wenn ihm gar nichts geschehen wäre. Als es jedoch aufgescheucht wurde und sich fortbewegen wollte. da konnte es nicht mehr die gerade Richtung einkalten, sondern lief ifnahän der lieh in kreisförmiger Bahn nach rechts — zeigte also Manege-Bewegung nach der verletzten Seite, wie es Magendie immer gesehen hatte. Die beschriebenen Kreise mochten einen Durchmesser von D/2 bis 2 Fuss haben.
Den folgenden und den dritten Tag nach der Operation blieb die Manege-Bewegung unverändert, nur wurde der Durchmesser der Kreisbahnen etwas grösser.
An den folgenden Tagen verschwand der Zwang, im Kreise nach rechts zu laufen — oder, wenn man lieber will, das Unvermögen, geradeaus oder nach links sich fortzubewegen, bis auf eine Neigung oder Vorliebe zur Fortbewegung nach rechts immer mehr und mehr, und schon am 2S. Februar, d. i. am sechsten Tage nach der Operation, war jede Spur einer Motilitätsstörung so vollkommen verschwunden, dass ich das Thier zu anderen Versuchen verwenden'konnte, und endlich in den ersten Märztagen mit Strychnin vergiftete. um das Gehirn herauszunehmen und zu untersuchen.
Die am 5. März vorgenommene Zergliederung des in Spiritus erhärteten Gehirns, dessen Hemisphären vom hinteren oberen Rande bis zur vorderen Spitze 23,6 mm maassen, ergab, dass die Verletzung durch den Stich nur das Dach des rechten Seitenventrikels und die Substanz zwischen dem Seh- und Streifenhügel betroffen hatte.
Der Anfang des Stichcanals fand sich in Form eines kleinen Grübchens an der Oberfläche der rechten Hemisphäre 13 mm von dem hinteren Rande derselben, und 2,3 mm nach rechts von der Medianlinie des Schädels. Auf der Innenfläche des Daches des Ventrikels entsprach diesem Grübchen eine feine spaltförmige Oe timing. Im Ventrikel selbst war kein Gebilde verletzt ; erst unten in der Furche oder Einschnürung, welche den Seh- und Streifenhügel trennt, fand sich die Fortsetzung des Stichcanals : die Oeffnung desselben lag am inneren Ende der besagten Furche V2 mm nach rechts von der Mittellinie und etwas näher gegen den Streifenhügel als gegen den Sehhügel. vgl. Fig. I. .1.
Die Endöffnung des Stichcanals an der unteren Fläche des Gehirns war von dem Rande des mittleren Hirnlappens bedeckt, und zeigte
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