﻿Ueber mechanische Reizung des Nervus vagus beim Menschen.
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der Reizung der in der Vagusbahn centrip eta1 verlaufenden Fasern der Empfindung und der Regulirung des Atlnnungscentrums. Die Reizung der ersteren würde die excentrische Beklemmungsempfin-dung, die Reizung der letzteren hingegen die unwillkürliche Veränderung der Athembewegungen verursachen.
Dieser Erklärungsversuch erscheint mir nicht ganz unbegründet :
1 weil, die erwiesene directe mechanische Reizung der een-trifugalen Herzhemmungsfasern im Vagus natürlich vorausgesetzt, nicht abzusehen ist, warum nicht auch zugleich die centripetalen Fa-sern im Vagus sollten mechanisch gereizt werden können ;
2)	weil der Vagus in der That Empfindungsfasern besitzt, und
3)	weil die Reizung des centralen Stumpfes des durchschnittenen Vagus bei Thieren bekanntlich sofort eine vertiefte Inspiration auslöst und die Athembewegungen in inspiratione ganz zu hemmen im Stande ist.
Doch will ich kein grösseres Gewicht auf diesen Erklärungsversuch legen, da die mehr subjectiven Erscheinungen selbst immer vieldeutiger Natur sind und überhaupt nur der Vollständigkeit wegen als zum Gesammtbilde meines Druckversuchs gehörige Nebenzüge hier erwähnt wurden.
C. Aus demselben Grunde führe ich schliesslich noch eine Reihe von subjectiven Erscheinungen auf, welche ich bei Ausübung jenes Druckes am Halse — zumal wenn der Druck stärker und länger ausgeübt wird— wahrnehme, die ich aber weniger mit bekannten Wirkungen der Vagusreizung, als mit den Folgen der Veränderung der Herzschläge und mit zufällig oder absichtlich erzeugten erheblicheren Störungen des Blutlaufs in Zusammenhang bringen kann.
Unter den angedeuteten Umständen fühle ich nämlich bei Anstellung des Druckversuchs zuweilen eine |eigenthümliehe Spannung in der rechten Gesichtshälfte, vor Allem im rechten Auge, welche dann von leichtem Funkensehen, schwachen Verdunkelungen des Sehfeldes und von leisen Anwandlungen von Schwindel und Ohnmacht begleitet wird. Dabei ist es jedoch auffallend, dass die Pupillenweite im Auge nichts destoweniger ganz unverändert bleibt, weil, wie Kuss-mai'I.'s schöne Versuche gelehrt haben, Veränderungen des Blutgehaltes der Augeugefässe Schwankungen des Pupillendurckmessers bedingen. Dieser auffällige Umstand könnte dafür zu sprechen scheinen, dass nicht einmal in diesen Fällen die Störungen des Blutlaufs erheblich genug austallen, um der alleinige und zureichende Grund der eben erwähnten Erscheinungen zu sein. Doch dies lasse ich ebenfalls dahingestellt !