﻿780 Ueber mechanische Reizung des Nervus vagus beim Menschen.
linkerseits Alles völlig normal erscheint. Die Natur jener pulsiren-den Anschwellung war und ist mir dunkel, doch möchte ich dieselbe am ehesten für eine locale Verdickung oder Erweiterung der Art. carotis halten, an welche oder in deren Umgehung der N. vagus durch reichlicheres und strafferes Bindegewebe angelöthet und fixirt ist.
Ich komme hier auf den ganzen Gegenstand nochmals zurück, theils um meine früheren Angaben auf Grundlage fortgesetzter Beobachtungen zu vervollständigen, theils aber um die Aufmerksamkeit eines grösseren Leserkreises, als ihn unsere »Jenaisclie Zeitschrift « besitzt, auf meinen Druckversuch zu lenken und hierdurch Andere zu ähnlichen Beobachtungen zu veranlassen. Vielleicht finden sich hei sorgfältigerem Suchen häufiger Fälle, an denen sich die von mir bewiesene Thatsache der Möglichkeit einer künstlichen mechanischen Vagusreizung heim Menschen bestätigen lässt.
Ich gehe nun zur Beschreibung meines Experimentes und der verschiedenen dabei zu beobachtenden Erscheinungen über A. B. C. .
A. Suche ich auf der rechten Seite meines Halses die Carotis auf, wo sie unter dem oberen Bande des M. sternocleidomustokleus hervortritt und wo. wie gesagt, eine stark pulsirende Anschwellung zu fühlen ist und übe ich auf die Carotis selbst oder auf die Theile, welche sie nach hinten und aussen umgeben, einen mässig starken, plötzlichen Druck mit dem Finger aus, so 1)leibt das Herz in Diastole stehen und schlägt von da ab — gleiehgiltig ob der Druck alsbald aufgehoben wird oder nicht — meist kräftiger, aber stets mit bedeutend verminderter. Schlag für Schlag zunehmender Frequenz fort. Der Versuch kann nach kurzer Buhe mit dem gleichen Erfolge immer wieder von Neuem angestellt werden.
Diese 'auffallenden Veränderungen des Pulsschlages nehme icli wegen der Nähe der Carotis natürlich schon durch den drückenden Finger selbst, ohne Weiteres wahr. Andere können dieselben con-statiren, wenn sie mir gleichzeitig den Puls fühlen oder mein Herz auscultiren.
Um aber einer grösseren Versammlung das überraschende Experiment zu zeigen, pflege ich den MAUEY schen Sphygmographen anzuwenden oder falls ein solcher nicht zur Hand sein sollte ein leichtes Holzstäbchen, etwa einen Zahnstocher oder ein platt zugeschnittenes Zündhölzchen, in der Art auf eine ganz oberflächliche, abnorm stark entwickelte Arterie des Daumenballens meiner rechten Hand zu legen, dass dasselbe. Allen sichtbar, durch die Pulsationen hebelförmig auf und all bewegt wird.
Die Benützung des Sphygmographen bietet übrigens noch den