﻿Untersuch, über d. Wirkung starker Vagusreizung auf d. Herzschlag. 791
tritt des vollkommenen Herzstillstandes, nebst dem kleinen BruclistückedesEndesdieses vo r vor letzten, nochzwei ganze, unveränderte Wellengipfel.
Der Phaseupunkt a der vorvorletzten Pulswelle ist in der vorletzten Pulswelle Fig. 1 mit a' bezeichnet. Würde die Vagusreizung erst bei a begonnen haben, dann würde auch das Herz nach dem letzten in Fig. 1, gezeichneten Pulse noch nicht stillgestanden sein; wir müssten — um die Curve, welche sich unter diesen Umständen wirklich aufzeichnen würde, naturgetreu darzustellen —nach dem in Fig. 1, letzten Wellengipfel noch einen, neuen, gleichartigen hinzuzeichnen, und erst nach diesem den Herzstillstand durch das Absinken der Linie andeuten.
Dagegen würden wir — wenn die Vagusreizung bereits in der drittletzten Pulswelle Fig. 1 bei f" begonnen hätte — die letzte der dort gezeichneten Pulswellen wegzulöschen und das Zeichen des Herzstillstandes unmittelbar an die vorletzte anzufügen haben, um unsere Pulseurvc Fig. 1 den thatsächlichen Verhältnissen entsprechend zu corrigiren.
5 In dem Verlaufe der diastolischen Senkung jeder einzelnen Pulswelle giebt es also, wie man sieht, zwei Phasenpunkte vergl. f’a und fa Fig. 1 , zwischen welchen ein kleiner Zwischenraum liegt, délais Grenzintervall zwischen je zwei aufeinanderfolgenden Pulsschlägen sich geltend macht.
Ueber die exacte Lage, Begrenzung und Länge dieses Grenzintervalls kann ich noch nichts Genaueres angeben, da ich mit der Construction und Ausführung der zu feineren Messungen erforderlichen Apparate noch beschäftigt bin.
6, Bedenkt man, dass die Pulswellen in einer peripherischen Arterie sehr merklich später ankommen, als die ihnen entsprechenden Herzsystolen entstehen1 ), und ferner, dass die negative Schwankung des Herzmuskelstromes, von der an man hier wie überall den Beginn der Muskeleontraction eigentlich zu rechnen hat, in die Zeit der latenten Zuckung — also noch früher als die Herzsystole fällt, so kann es
1 Diese, selbst an der Carotis, sehr merkliche Puls Verspätung ist die Summe der Verzögerungen, welche einerseits zwischen dem Beginn der Herzsystole und dem Anfang der Welle in der Aortenwurzel, andrerseits zwischen diesem Anfang der Welle und dem Erscheinen desselben in einem peripherischen Arterienquerschnitt liegen. Erstere entspricht dem Zeitverlust bis zur Erreichung jenes Grades der Kammerblutspannung, welcher die Aortenklappen öffnet, letztere ist durch die endliche Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Pulswelle in dem Ge-fässrohr begründet. Vgl. Czekmak, Mittheilungen aus dem physiol. Privatlab. in Prag. Wien, Karl Czermak ISG4, S. 04.)