﻿Beschreibung einiger Vorrichtungen zu physiologischen Zwecken, 71)7
endlich der Stift Fig. 3, st), dessen stumpfe Spitze bis in die Höhlung des Zapfens :z) reicht, wenn die als Handhabe dienende runde Platte (p, seiner Basis auf den Rand von « stösst.
Angelegt wird der beschriebene, zangenartige Kopfhalter, indem man ihn geöffnet so weit über die Schnauze des Thieres schiebt, dass der Querstab des einen Bügels (Fig. 3, o) auf die Stirne zu liegen kommt, während der Querstab des andern (Fig. 3, u) den Unterkiefer unmittelbar vor jenen Höckern berührt, welche am hinteren Ende seines unteren Randes deutlich zu fühlen sindl).
Während man nun mit der linken Hand die Querstangen der Bügel gegen Stirn und Unterkiefer andrückt, schlägt man mit der rechten die Schraube (s) in den Spalt [sp] empor, und schraubt die geflügelte Mutter (sm) vorläufig nur so weit herunter, dass sie aus der kreisförmigen Vertiefung auf der obern Fläche der den Spalt begrenzenden freien Schenkelenden (Æ, h" nicht mehr herausgleiten kann.
Ist das geschehen, dann führt man — ohne den Druck mit der Linken aufzugeben — den Stift st) durch das erste röhrenförmige Axenlagcr [a, Ï) und hinter den aneinanderschliessenden Nagezähnen quer durch den Mund bis endlich die Spitze durch das Loch (v') das zweite Axenlager passirt und in dem hohlen Zapfen sj festsitzt2).
Jetzt bleibt nur noch die Flügelschraube [sm] vollends festzuziehen und die Sache ist bei einiger Uebung in wenigen Secunden getlian.
1	Ich habe wohl daran gedacht, die mit der Stirn und dem Unterkiefer in Berührung kommenden Querstäbe der Bügel polstern zu lassen, doch habe ich wegen der notorischen Unempfindlichkeit der Kaninchen bisher keine Veranlassung gehabt die Polsterung ernstlich zu vermissen.
2	Eine weitere Befestigung des Stiftes als die vermittelst Reibung ist ganz überflüssig. Ich hatte früher einen Bayonnetverschluss zwischen der Röhre a und der Basis des Stiftes anbringen lassen, doch bin ich längst aus mehr als einem Grunde davan abgekommen. Beiläufig sei hier bemerkt, dass beim Einschieben des Stiftes das Vorfällen der Mundwinkel, der Wangen und Lippen zuweilen recht hinderlich werden kann, selbst wenn man diese Theile an den Haaren aus dem Wege zu ziehen bemüht ist. Will man dieses Hinderniss von vorne herein beseitigen, so kann man vor Anlegung des Kopfhalters ein dickwandiges Holz-oder Metallröhrchen, dessen Enden aus dem Mund beiderseits hervor stehen, hinter die Nagezähne einlegen; natürlich geht dann der Stift leicht durch. Die Einlegung eines solchen Holz- oder Metallröhrchens ist eine — meist entbehrliche Bequemlichkeit; sie wird aber zu einer Hothwendigkeit, wenn man sich überzeugt , dass, wie es zuweilen vorkommt, die untern Hagezähne nicht hoch genug hinter die Obern hinaufreichen und auf dieselben sich stützen, so dass der Stift nur wider die untern Zähne drückt. In diesem Falle kann es nämlich geschehen, dass bei sehr heftigen Befreiungsversuchen des Thieres die untern Zähne plötzlich nachgeben und den einfachen Stift ohne Hilfsröhrchen durchrutschen lassen 1