﻿Beschreibung einiger Vorrichtungen zu physiologischen Zwecken. S(l I
Zur Vermehrung der Deutlichkeit sind überdies punktirte und ausgezogene Linien in der Zeichnung verwendet worden, und die Herzkammer wurde im Moment der Systole gezeichnet, um die Kammer über die, im Zustande der Diastole abgeplattete Vorkammer hinweg, sammt Korkplättchen und Nadel recht deutlich sichtbar werden zu lassen.
Die Nadel, das Spiegelchen, ;die auffallenden und die reflectirten Lichtstrahlen, welche mit der Vorkammer in Beziehung stehen, sind mit ausgezogenen, dieselben Gegenstände, welche der Kammer entsprechen, sind, wie man sieht, mit punktirten Linien gezeichnet.
T ist eine mit weissem Papier überzogene grosse Tafel, auf welcher die mondscheibenartigen Spiegelbilder in einer senkrechten Linie übereinander aufgefangen werden. Das obere Bild entspricht der Vorkammer und nimmt augenblicklich seine höchste Stellung, die Ruhestellung für die Diastole ein, während das untere der Kammer entspricht, und seine tiefste Stellung — die Stellung für das Maximum der Systole einnimmt.
Genau auf die beschriebene und dargestellte Weise habe ich im Laufe eines am 9. Januar 1567 im akademischen Rosensaale zu Jena abgehaltenen populären Vortrags einem Publikum von vielleicht 300 Personen den Rhythmus des pulsirenden Froschherzens mit dem besten Erfolge demonstrirt.
Da ich eben von einer Demonstration zur Erläuterung der Physiologie des Herzens gesprochen, kann ich mir nicht versagen, schliesslich noch der einfachen Hilfsmittel zu gedenken, welcher ich mich bediene, um einen andern Gegenstand der Physiologie des Herzens — nämlich das Spiel und den Mechanismus der Herzklappen — zu zeigen und anschaulich zu erläutern.
Ich binde zu diesem Ende zwei Trichter aus Weissblech in s Herz ein; den einen, unten weiteren, in die (rechte, Vorkammer, unmittelbar oberhalb der Atrioventricular-Klappen, den anderen, unten engeren, in die Pulmonal- Arterie, ein Stückchen über den Semilunarklappen. Die Trichter sind mit Henkeln versehen und auf den einander zugekehrten Seiten abgeplattet, damit man sie bequem neben einander halten und in beide gleichzeitig hineinsehen kann.
Die Ränder ihrer unteren Enden, welche in’s Herz eingebunden werden, sind aufgewulstet, um das Abrutschen des Fadens zu verhüten. Hält man einem Beobachter die Trichter unter die Augen und füllt man das Herz durch den Vorkammertrichter mit Wasser r oll, so
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Czermak, Schriften.