802	Beschreibung einiger Vorrichtungen zu physiologischen Zwecken.


sieht derselbe. wie smmtliche Klappen zu flottiren beginnen; presst
man dann das an den Trichtern herabhngende Herz in rhythmischer
Folge mit der Hand zusammen, so sieht der Beobachter das abwech-
selnde Spiel der Klappen, und bemerkt zugleich wie das Wasser ans
dein Kammertrichter constant in den Arterientrichter gefrdert wird,
und sieh daselbst ansammelt.
Steckt man nun durch den wieder entleerten Arterientrichtcr in
seine untere Oeffnung einen gutschliessenden Kork, in 
dessen Bohrung
eine Glasrhre mit angesetztem engen Kautschukrohr befestigt ist, so
spritzt das neuerdings in die Kammer gefllte Wasser, wie das Blut
aus einer verletzten Arterie, rhythmisch und in weitem Bogen aus 
letz-terem hervor, - und dirigirt 
man den Wasserstrahl schliesslich in
den Vorkammertrichter, so hat man das einfachste Kreislaufschema
von der Welt
	Da jedoch die Klappen bei dem Trichterversuch nur unter einem
sehr geringen Druck arbeiten, so sind sie selbstverstndlich lange
nicht gespannt genug und spielen nur mit verhltnissmssigcr Lahm-
heit, die ihnen whrend ihrer lebendigen Thtigkcit gewiss nicht
eigen ist.
	Uni hei unserer anspruchslosen Demonstration die wirklichen Ver-
hltnisse mglichst genau nachzuahmen, und ihr den Wcrth und die
Bedeutung eines wissenschaftlichen Versuches zu geben, mssten die
Trichter an den weiten Mndungen mit dicken Glasplatten fest ver-
schlossen, und irgendwo an den Seitenwnden mit rhrenfrmigen
Anstzen versehen werden, welche zur Befestigung eines Zu- und
eines Abflussrohres (ersteres fr den Kammer-, letzteres fr den Ar-
terientrichtcr, zu dienen htten.
	Denn dann wre es begreiflicher Weise leicht, in dem mit Wasser
vollstndig erfllten Apparat einen der Blutspannung entsprechenden
Druck herzustellen und, abgesehen von den untergeordneten Demon-
strationszwecken, die wichtigsten Punkte der Theorie der Mechanik
des Klappenschlusses exact zu prfen und wissenschaftlich zu erle-
digen.
	Die vorliiufigen Versuche welche ich in dieser Richtung unter An-
wendung von zwei rechtwinkelig geknickten weiten Metallrohren, an
deren Knickuugsstellcn grosse Spiegelglasscheiben solid eingekittet
waren, schon vor langer Zeit angestellt habe, bestimmen mich, wie
ich hier betonen will, diesen interessanten Gegenstand bei nchster
Gelegenheit endlich wieder aufzunehmen und zum Abschluss zu
bringen.
