﻿Beschreibung einiger Vorrichtungen zu physiologischen Zwecken.
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den. Statt des Bindens nun pflege ich seit Jahren die Fadenenden, nachdem sie durch bestimmte Löcher gezogen sind, oder auch direct, vermittelst passend angebrachter Flügelschrauben oder der vortrefflich gearbeiteten Patentschrauben für Kouleauxschnüre von F. E. Hoffmann in Leipzig einfach festzuklemmen, und kann dieses Verfahren seiner vielen Vortheile wegen auf's angelegentlichste empfehlen.
II. Das Kardioskop.
Schon vor einer Keihe von Jahren habe ich angefangen kleine, leichte und leichtbewegliche Spiegelchen in der ausgedehntesten und mannigfaltigsten Weise zu Zwecken der physiologischen Demonstration zu verwenden Sj, weil die von ihnen reflectirten Lichtstrahlen bekanntlich absolut gewichtlose und beliebig zu verändernde Fülilhebel darstellen, welche die kleinsten, dem Spiegelchen mitgetheilten Bewegungen fast in's Unbegrenzte vergrüssern und einer unbegrenzten Menge von Zuschauern gleichzeitig wahrnehmbar machen können.
So pflege ich alljährlich meinen Schülern den Rhythmus der Herzbewegung am ausgeschnittenen Froschherzen vermittelst zweier Spiegelchen, welche durch die Sonne oder eine starke der Laterna magica ähnliche Lichtquelle beleuchtet werden und mit den pulsirenden Herzabschnitten in Berührung stellen, zu demonstriren.
Um diese ebenso zierliche als wirklich lehrreiche Demonstration
—	lehrreich, weil durch die dabei erzielte Vergrösserung der Bewegung, der Rhythmus der Herzaction viel leichter und besser aufzufassen ist, als bei unmittelbarer Betrachtung des kleinen Froschherzens
—	mit aller Bequemlichkeit und Exactheit vorzunehmen, habe ich eine besondere Vorrichtung eonstruirt, welche ich hier unter dem Namen : »Kardioskop« beschreiben und allen Lehrern der Experimental-Phy-siologie zur Benutzung empfehlen will.
Fig. 5 giebt eine Vorstellung vom Kardioskop.
Jedes der beiden quadratischen Spiegelchen (s, s') — wozu sicli planparallele, versilberte Deckgläschen sehr gut eignen würden — ist auf eine dünne, niedrige Messingplatte (m, m) mit dem unteren Tlieile seiner Hinterfläche aufgekittet, welche Platte auf ihrer Rückseite, hier natürlich nicht sichtbar, eine federnde Oese trägt. Das Spiegelchen {s"j ist nur mit punktirten Linien angegeben, weil es sonst die dahinter befindlichen Tlieile verdecken würde.
Die erwähnte Oese steckt auf einem dünnen, runden Stäbchen
1 Yergl. Czermak: Mittlieiluiigeu aus dem physiol. Privatlaboratorium. Wien, 1564, S. 7(i — und oben S. T36.