	Beschreibung einiger Vorrichtungen zu physiologischen Zwecken.	799

den. Statt des Bindens nun pflege ich seit Jahren die Fadenenden,
nachdem sie durch bestimmte Lcher gezogen sind, oder auch direct,
vermittelst passend angebrachter Flgelschrauben oder der vortrefflich
gearbeiteten Patentschrauben fr Ronleauxsehnre von F. E. HOFF-
MANN in Leipzig einfach festzuklemmen, und kann dieses Verfahren
seiner vielen Vortheile wegen auf's angelegentlichste empfehlen.


II. Das Kardioskop.
	Schon vor einer Reihe von Jahren habe ich angefangen kleine,
leichte und leichtbewegliche Spiegelchen in der ausgedehntesten und
mannigfaltigsten Weise zu Zwecken der physiologischen Demonstration
zu verwenden 1), weil die von ihnen refleetirten Lichtstrahlen bekannt-
lich absolut gewichtlose und beliebig zu verndernde Fhlhebel dar-
stellen, welche die kleinsten, dem Spiegelehen mitgetheilten Bewe-
gungen fast in's Unbegrenzte vergrssern und einer unbegrenzten
Menge von Zuschauern gleichzeitig wahrnehmbar machen knnen.
	So pflege ich alljhrlich meinen Schlern den Rhythmus der Herz-
bewegung am ausgeschnittenen Frosehherzen vermittelst zweier Spie-
gelchen, welche durch die Sonne oder eine starke der Laterna magica
hnliche Lichtquelle beleuchtet werden und mit den pulsirenden Herz-
abschnitten in Berhrung stehen, zu demonstriren.
	Um diese ebenso zierliche als wirklich lehrreiche Demonstration
- lehrreich, weil durch die dabei erzielte Vergrsserung der Be-
wegung, der Rhythmus der Herzaction viel leichter und besser aufzu-
fassen ist, als bei unmittelbarer Betrachtung des kleinen Froschherzens
- mit aller Bequemlichkeit und Exactheit vorzunehmen, habe ich eine
besondere Vorrichtung construirt, welche ich hier unter dem Namen:
Kardioskop beschreiben und allen Lehrern der Experimental-Phy-
siologic zur Benutzung empfehlen will.
Fig. 5 giebt eine Vorstellung vom Kardioskop.
	Jedes der beiden quadratischen Spiegelcheu (s, S') - wozu sieh
planparallele, versilberte Deckglschen sehr gut eignen wrden ist
auf eine dnne, niedrige Messingplatte (in, in') mit dm unteren Theile
seiner Hinterflche aufgekittet, welche Platte auf ihrer Rckseite, hier
natrlich nicht sichtbar, eine federnde Oese trgt. Das Spiegelehen
(s') ist nur mit pnuktirten Linien angegeben, weil es sonst die dahinter
befindlichen riheile verdecken wrde.
Die erwhnte Oese steckt auf einem dnnen, runden Stbcheu

Vcrgl. CzEIusrAK: Mittheilungen ans dem physiol. Privatlaboratorium.
Wien, 1 564, S. 70 - und oben S. 736.
