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lieber Schopenhauers Theorie der Farbe.
Pachtung und den Leitfaden zu dieser giebt« — und dann fortfährt : »Newtox's Fundamentalversehen war eben, dass er. ohne die Wirkung irgend genau und ihren inneren Beziehungen nach kennen zu lernen, voreilig zur Aufsuchung der Ursache schritt. Jedoch ist dasselbe Versehen allen Farbentheorien, von den ältesten bis auf die letzte1, von Goethe, gemeinsam: sie alle reden blos davon, welche Modification der Oberfläche ein Körper, oder welche Modification das Licht, sei es durch Zerlegung in seine Bestandteile, sei es durch Trübung oder sonstige Verbindung mit dem Schatten, erleiden muss, um Farbe zu zeigen, d. h. um jene specifische Empfindung im Auge zu erregen, die sich nicht beschreiben, sondern nur sinnlich wahrnehmen lässt.«
Unsere heutige Young-Helmholtz'scIic Farbentheorie ist die thatsächliclie Widerlegung des ScHOPEXiiAüER’sehen Glaubens an die allein selig machende Richtung seines Weges; denn sie ist rein auf der Bahn des NEWTOx'sclien Weges entstanden, und hat nichtsdestoweniger zu jenem Resultat geführt, welches Schopenhauer. allerdings in ganz allgemein gehaltener Formulirung, so zu sagen, anticipirt und schon 1816 ausgesprochen hat: aber die moderne Theorie bietet freilich ein noch viel reicheres und tieferes Detail dar, von dem sich Schopexhauer’s Theorie nichts träumen lassen konnte, weil eben ihr Autor in seinem Furor Autinewtonieus die ganze Physik des Lichtes, d. h. Alles was die sorgfältigsten Messungen und die exactesten Versuche über Wellenlänge, Schwingungszahl, Verschiedenheit der Brechbarkeit der Aetherwellen, Mischung und Trennung homogener Lichtstrahlen etc. etc. seit den Zeiten Newtox’s ergeben haben, mit wahrer Brutalität, für eitel Trug und Schwindel erklärte, und dafür die. physikalisch genommen, völlig sinnlose GoKTHifsehe Lehre adoptirte.
Es hat jedoch die Goethe’sehe Lehre mit der Schopexhauer eigentümlichen und in den Hauptzügen richtigen physiologischen Farbentheorie gar nichts zu thun, obschon Schopenhauer selbst dem grossen und für das traurige Schicksal einer fortdauernden Igno-rirung seiner Theorie, so folgenschweren Irrthum verfallen war, er sei, von seiner Theorie ausgehend, in der Lage über die Richtigkeit der NEWTOx'schen und der GoKTiiE sehen Erklärung der physischen Fällten » a priori« urtheilen zu können, und sich für die letztere entscheiden zu m ü s s e n. während er es einen »unglücklichen Gedanken« nennt S. 69 »wollte man eine Vereinigung derselben« — (nämlich seiner Theorie — »mit der NEwrox’schen bewerkstelligen« !
1 IS 1 o: Schopenhauers Theorie erschien, wie gesagt, 1816.