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Ueber Schopenhauer’s Theorie der Farbe.
wird, und im Sensorium das Gefühl dieser Bewegung unter der Form des Klanges; eh en so sind die Farben der Gegenstände nur eine Disposition, diese oder j ene .Strahlen häufiger als die übrigen zurückzuwerfen; in den Strahlen ab er is tmich ts als ihr e Di sposition, diese oder j ene Bewegung bis zum Sensorium fortzupflanzen, und im Sensorium sind es Em pfindungen dieser Bewegungen, u n t e r d e r F o r in v o n F a r b e n.«
Sollte man es für möglich halten, dass diese sonnenklare Offenbarung des NEWTOx’schen Genius, welche Goethe (1. c. § 457; eine »wunderliche theoretische Stelle« zu nennen wagt, jemals missverstanden werden konnte? 1 Und wo findet sich nach dieser »Definition« noch eine Spur eines principiellen Hindernisses, die Vereinigung des Newtonismus mit der physiologischen Farbentheorie von Schopenhauer zu bewerkstelligen ? !
Doch es ist Zeit, nach allen diesen vorläufigen Bemerkungen, endlich den wahren und wesentlichen Kern der S ( n o i • e x h \c k l s c 11 e n Farbentheorie darzulegen, und Schritt für Schritt mit unserer modernen Farbenlehre zusammenzuhalten.
Ich habe schon erwähnt, dass Schopknitauek von dem Satze 1 ausgeht, dass »Helle. Finsterniss und Farbe-Zustände, Modifientionen des Auges sind, welche unmittelbar bloss empfunden werden.« und dass er den durchaus originellen, und an sich vollkommen berechtigten . nur in seiner Ausschliesslichkeit unzulänglich werdenden Weg einschlägt: »sich zunächst an diese Empfindung seihst zu wenden, um zu erforschen, ob nicht aus ihrer Beschaffenheit und Gesetzmässigkeit sich herausbringen liesse, worin sie an und für sich, also physiologisch, bestehe« 'S. 22;.
Alle Sensibilität ist ihm, nach der unbezwreifelten Lehre der Physiologie, nie reine Passivität, sondern lleaction auf empfangenen Reiz, und demgemäss nennt er »die, dem Auge überhaupt eigenthümliehe Reaction auf den äusseren Reiz, seine Thätigkeit, und zwar näher, die Thätigkeit der Retina.«
»Das die volle Einwirkung des Lichtes oder des Weissen empfangende Auge äussert die v o 11 e Thätigkeit der Retina, . . . die Retina ist in voller Thätigkeit; mit Abwesenheit jener beiden
1 An dessen Dichtigkeit schon zu seiner Zeit kein Einsichtiger mehr zweifelte und der sich sogar schon in der oben citirten »Definition« Newton’S angedeutet findet.