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lieber Schopenhauer's Theorie der Farbe.
Hälften der vollen Thätigkeit der Retina, sind zusammengenommen dieser gleich, d. h. Weiss. Schopenhauer nennt daher und in diesem Sinne jede das Comp 1 ement der anderen.
Die Schopenhauer eigenthümliche Erklärung der Farbe ist also im Wesentlichen folgende :
»Die Farbe ist die qualitativ getlieilte Thätigkeit der Retina. Die Verschiedenheit der Farben ist das Resultat der Verschiedenheit der qualitativen Hälften, in w eiche die T h ä t i g k e i t a u s e i n a n d e r gehen kann, u n d ihres Verhältnisses zu einander« S. 32 1 .
»Die wahre Farbentheorie hat es demnach stets mit Farbenpaaren zu thun« (S. 34). »Denn die Farbe erscheint immer als Dualität, da sie die qualitative Bipartition der Thätigkeit der Retina ist.«
»Ckromatologisch darf man daher gar nicht von einzelnen Farben reden, sondern nur von Farbenpaaren,. deren jedes die ganze in zwei Hälften zerfallene Thätigkeit der Retina enthält.«
»Die Theilungspunkte sind unzählig, und als durch äussere Ursachen bestimmt, insofern für das Auge zufällig.«
»Sobald aber die eine Hälfte gegeben ist, folgt die andere, als ihr Complement, noth wendig2 « S. 35 .
1 Wer vermöchte liier die evidente und überraschende Uebercinstimmung der SciiOPENHAUERsehen und der modernen Farbentheorie zu verkennen?! Müssen wir nicht heute genau dieselbe Antwort geben, welche Schopenhauer schon lslti fonnulirt hat, wenn wir g a nz allgemein das Wesen der Farbe im Gegensätze zu Weiss und Schwarz, physiologisch definiren sollen? — Freilich können wir auch hier wieder. vom höheren Standpunkt der Yöünö-Helmhoutz’-schen Theorie, einen Schritt weiter gehen, und erklären und anschaulich machen, wie bei der qualitativen Theilung der Thätigkeit des Auges, welche zum Unterschied und im Gegensatz der blos quantitativen aufgestellt wurde, dennoch von gleichen und ungleichen Hälften, also auch von einem quantitativen Verhältniss, die Rede sein kann, indem sich ja die dreierlei Fasergattungen mit bestimmten verschiedenen Erregungs q u a n t i t ä t e n an der Zusammensetzung der einzelnen Farbenempfindungen betheiligen. Unsere Erklärung der Complc-mentär-Farben ist mit der Schopenhauer’s identisch !
- Alle diese Sätze kann man mit gleicher Consequenz aus der Schopexhauer-sclien, wie aus unserer modernen Farbentheorie folgern. Dagegen hat es für uns keinen Sinn — ist aber auch gar keine nothwendige Consequenz aus Schopenhauer's Theorie, sondern eine völlig willkürliche und unbegründete Annahme , welche nur seine schiefe goethesirende Grundansicht von der ex act en Methode der physikalischen Forschung charakterisirt) - wenn er, die volle Thätigkeit der Retina = 1 setzend, das folgende Schema zusammeneonstruirt :
Schwarz, Violett.	Blau,	Grün,	Roth,	Orange,	Gelb,	Weiss
0	'/4	',3	72	Vl	73	3/4	1.