﻿lieber Schopenhauer’s Theorie der Farbe.
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Hieraus erklärt sich denn auch das sogenannte, von Goethe so aufdringlich urgirte »axtspov« der Farbe, d. h. »ihre dem Schatten oder dem Grau verwandte Natur, vermöge welcher sie stets dunkler als Weiss und heller als Schwarz ist«, denn bei der qualitativ getlieilten Thätigkeit der Retina ist das Hervortreten der einen Hälfte wesentlich bedingt durch die Unthätigkeit der anderen. »Unthätigkeit der Retina aber ist, wie oben gesagt, Finsterniss. Demnach muss das als Farbe erscheinende Hervortreten der qualitativen Hälfte der Thätigkeit der Retina durchaus von einem gewissen Grade von Finsterniss, also von einiger Dunkelheit, begleitet sein ').« — »Dies hat sie nun gemein mit der intensiv getheilten Thätigkeit der Retina, die wir oben im Grau oder Halbschatten erkannt haben und diese Gemeinschaft eben, Dieses, das dort qualitativ ist, was hier intentiv, wird durch den obsoleten Ausdruck »xueppy« bezeichnet.«
»Jedoch waltet hiebei folgender sehr bedeutender Unterschied ob. Dass die Thätigkeit der Retina der Intensität nach, nur theilweise ist, führt keine spezifische und wesentliche Veränderung herbei, und bedingt keinen eigentümlichen Effect : sondern es ist eben nur eine zufällige, gradweise Verminderung der vollen Thätigkeit. Bei der qualitativ theilweisen Thätigkeit der Retina hingegen, hat die hervortretende Thätigkeit der einen Hälfte die Unthätigkeit der anderen zur wesentlichen und notwendigen Bedingung, denn sie besteht nur durch diesen Gegensatz« (S. 37)2) . Endlich muss noch hervorgehoben werden, was Schopenhauer über den »ungeteilten Rest der Thätigkeit der Retina lehrt« 'S. 42).
Desshalb habe ich auch dieses leere Schema aus dem , der Darstellung des wahren und eigentlichen Kerns der ScHOPENHAUERschen Theorie gewidmeten Haupttexte fortgelassen, und in diese Anmerkung verwiesen. Ebenso habe ich oben den § 8 der Schopenhauer sehen Schriftunberücksichtigt gelassen, in welchem er von der 'Polarität der Retina und Polarität überhaupt« spricht, obschon die daselbst gegebenen Bemerkungen an sich beachtenswert sind.
1	Dies scheint auch Brewster eigentlich gemeint zu haben, als er sich dahin aussprach, dass die complementäre Farbe sich zugleich mit der gesehenen entwickele (!) und diese trübe.
2	Diese ganze Auffassung lässt sich als Ausdruck dessen, was für die unmittelbare Empfindung da ist, vollkommen rechtfertigen, und ist, wie ich zeigen will, noch zu erweitern , und mit unserer V o u n ci -Il e l m h o l t z ’ s e h e n Hypothese durchaus nicht unvereinbar. So weit ich sehen kann, lässt sich gegen meine hier folgende Auseinandersetzung nichts Erhebliches einwenden !
Die Unthätigkeit der Sehsinnsubstanz, also eigentlich der Zustand, welcher der Abwesenheit der specifischen Erregung entspricht — aber desshalb durchaus noch nicht reine Passivität zu sein braucht — ist in der That e rf ah rungs gem äss mit einer positiven Empfindung von gleichem