﻿lieber Schopenhauer's Theorie der Farbe.
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gleich beibehalten; und dieser kann wiederum ganz activ, oder ganz ruhend, oder zwischen beiden, d. h. intensiv theilweis thätig sein. Nach Maassgabe hiervon nun wird alsdann die Farbe, statt in ihrer vollen Energie, sich blass, oder auch schwärzlich, in vielen Abstufungen zeigen.«
»Man sieht leicht ein, dass in diesem Falle eine Vereinigung der intensiven Theilung der Thätigkeit der Retina mit der qualitativen Statt hat. Am anschaulichsten wird dieses dadurch, dass, wenn man eine durch ein ihr unwesentliches Schwarz verdunkelte und geschwächte Farbe betrachtet, ihr darauf als Spectrum sich zeigendes Complement um eben so viel Blässe geschwächt erscheint. Wenn man eine Farbe lebhaft, energisch, brennend nennt, so bedeutet dies, dem Gesagten zufolge, dass bei ihrer Gegenwart die ganze Thätigkeit des Auges sich rein theile, ohne dass ein ungeteilter Rest übrig bleibe«1 .
1 Was Schopenhauer hier meint, und durch den qualitativ ungeteilten Rest der Thätigkeit der Retina, der aber zugleich in verschiedenem Verhältniss intensiv geteilt sein kann, erklärt, nennt man heute : Far bent on, Sättigung und Helligkeit, welche drei Grössen das Bewusstsein in jeder Farbenempfindung unterscheidet.
Es kann auch hier Niemand verkennen, dass wir namentlich auf die Frage : wann die Intensität und Sättigung einer Farbe am allergrössten sein wird? heute noch keine kürzer und allgemeiner formulirte physiologische Antwort geben können, als die , welche Schopenhauer im obigen ausgesprochen hat, nämlich: dann, wenn die qualitative Theilung der Thätigkeit der Retina ohne Rest stattfindet; — nur können wir noch hinzufügen, dass dieser Fall nur dann eintreten wird, wenn die maximale Erregung einer der drei Fasergattungen allein, mit Ausschluss der zwei anderen, oder je zweier Fasergattungen zusammen von denen wenigstens die eine in maximo erregt sein muss; , ohne gleichzeitige Erregung der dritten vorhanden wäre, wobei denn in der That die Theilung der Thätigkeit der Retina so rein und vollständig sein würde, dass das als Farbe erscheinende Hervortreten der einen Hälfte, keine Spur von Weiss ;d. i. gleichzeitige und gleichstarke Erregung aller drei Fasergattungen) als qualitativ ungetlieilten Rest offenbaren, und auch nur so viel wesentliche Dunkelheit enthalten kann, als der anderen unerregt zurückgebliebenen complementären Hälfte entspricht. Dieser Fall bezieht sich auf die Hervorbringung der reinsten, gesättigtesten Urempfindungen der Farben und wird bekanntlich dadurch annähernd realisirt, dass man dem Auge eine Spectral-farbe darbietet, für deren Complement die Retina vorher ermüdet worden ist, was Schopenhauer, beiläufig gesagt, für ganz unmöglich hält, indem er die so wichtigen Ermüdungserscheinungen nur im Erscheinungskreise der vollen Thätigkeit der Retina kennt und anerkennt. In allen übrigen Fällen von Bipartition wird und muss hingegen immer ein qualitativ ungetheilter Rest übrig bleiben und sich in der bewirkten Empfindung mit und nebst dem hervortretenden Farbeu-ton besonders geltend machen, denn dann sind stets alle diei 1 asergattungen im