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lieber Schopenhauer’s Theorie der Farbe.
recht erhalten muss, — und dein schrankenlosesten Furor Antinewte-nicus, was um so unverzeihlicher ist, als Schopenhauer die ganze Entwickelung der exacten Physik des Lichtes, ja sogar die ersten vorläufigen Anfänge der Spectral-Analyse noch seihst miterlebte.
färben zu nennen sind. Solche zwei Farben müssen zur Herstellung des Weissen aus ihnen, ganz eigentlich wieder vereinigt werden, und zwar auf der Retina selbst, also dadurch, dass die beiden gesonderten Hälften der Thätigkeit dieser, zugleich angeregt werden, woraus dann ihre volle Thätigkeit, das \Ywisse, sich herstellt. Dies aber kann nur dadurch geschehen, dass die zwei äussern Ursachen, jede von welchen im Auge die Ergänzungsfarbe der anderen erregt, einmal zugleich und doch gesondert auf eine und dieselbe Stelle der Retina wirken: Dies nun wieder ist nur unter besonderen Umständen und Bedingungen möglich. Zunächst kann es nicht da du r c h ge s ch eben, dass m an zwei c h emi sc he Farben zusammenmischt: denn diese wirken alsdann zwar im Verein, aber nicht gesondert.«
Auch den meisten der weiterhin von Schopenhauer angeführten Beispiele für die Herstellung des Weissen aus Farben, und der Zurückweisung der unbe» greiflichen Goethe’sehen Opposition gegen diese evidenten Facta, wird man seine Zustimmung so wenig versagen, als der Conclusion (S. 48) : »Die angeführten Beispiele mögen hinreichen zur Bestätigung dessen, was aus meiner Theorie noth» wendig folgt, dass aus zwei entgegengesetzten Farben das Weisse allerdings herzustellen ist : sobald man es nur so anzustellen weiss, dass die beiden äussern erregenden Ursachen zweier Ergänzungsfarben, ohne sich selbst direct zu vermischen zügle ic li auf dieselbe Stelle der Retina wirken. Diese Herstellung nun aber ist ein schlagender Beweis der Wahrheit meiner Theorie.«
Dagegen muss es jeden Kundigen wie ein Kampf gegen Windmühlen an-uiutben, wenn Schopenhauer unmittelbar fortfährt (S. 48 : »Das Factum selbst wird nirgends geläugnet; aber die wahre Ursache wird nicht begriffen ; sondern man legt demselben, und zugleich der Thatsache des physiologischen Farbenspee-trums, in Gemässheit der NEwxox’sehen Pseudotheorie, eine ganz falsche Auslegung unter. Ersteres nämlich soll, wie bekannt, auf dem Wiederzusammenkommen der sieben homogenen Lichter beruhen ; davon weiterhin: für das physiologische Spectrum aber gilt noch immer die Erklärung, welche bald nach der Entdeckung desselben durch Buffox , der Pater Scherffer gegeben hat . . . 1761 < Sie gebt dahin , dass das Auge , durch längeres Anschauen einer Farbe ermüdet, für diese Sorte homogener Lichtstrahlen die Empfänglichkeit verloren; daher es dann ein gleich darauf angeschautes Weiss nur mit Ausschluss eben jener homogenen Lichtstrahlen empfände, wesshalb es dasselbe nicht mehr weiss sehen, sondern statt dessen ein Product der übrigen homogenen Strahlen, die mit jener ersten Farbe zusammen das Weisse ausmachen, empfände : dieses Product nun also soll die als physiologisches Spectrum erscheinende Farbe sein. Diese Auslegung der Sache lässt sich aber ex suppositis als absurd erkennen. Denn nach angeschautem Violett erblickt das Auge auf einer weissen Fläche ein gelbes Spectrum. Dieses Gelb müsste nun das Product der, nach Ausscheidung des Violetten übrig bleibenden sechs homogenen Lichter, also aus Roth, Orange, Gelb, Grün, Blau und Indigoblau zusammengesetzt sein : daraus Gelb zu brauen probire man !«