﻿lieber Schopenhauer’s Theorie der Farbe.
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Und doch ist diese Vereinigung seiner Theorie mit der Newton-sehen so natürlich und selbstverständlich, da eine Wahrheit einer zweiten Wahrheit nicht widersprechen kann, — so erfolgreich und bedeutungsvoll. da diese Vereinigung durch und in der epochemachenden und — soweit es sich vorläufig übersehen lässt — abschliessenden YouNG-HELMHOETz'schen Theorie, wenn man will, vollzogen und re-alisirt erscheint.
Aber die Schuld jenes grossen und verhängnisvollen Irrthums, den Schopenhauer begangen hat, liegt wieder nur an der unbegreiflichen Verblendung und »Verstockung« des grossen Mannes gegen den Newtonismus überhaupt, und an dem specie lien Missverständniss, als ob Newton gelehrt und gemeint hätte, die Farben als solche existirten in einer bestimmten Zahl, 7 oder x, irgendwo ausser dem Auge, »rein objectiv«, in bestimmten Verhältnissen, nach bestimmten Gesetzen gemischt. — »und würden nun ganz fertig dem Auge überliefert.«
Dieses specielle Missverständniss Schopenhauer’s ist um so weniger zu entschuldigen, als Goethe selbst, in dem berüchtigten polemischen Theil seiner Farbenlehre § -150. — freilich nicht ohne sogleich einige der gewohnten heissenden und wegwerfenden Bemerkungen gegen Newton folgen zu lassen — die wahrhaft classisclie und bewunderungswürdige »Definition« aus den NEWTOx’schen Optics wörtlich citirt. welche keinen Zweifel über Newtons wahre und eigentliche Meinung zulässt.
Newton sagt daselbst ausdrücklich :
»Das homogene Licht, die homogenen Strahlen, welche rotli erscheinen oder vielmehr die Gegenstände so erscheinen machen, nenne ich rubrific oder rothmachend; diejenigen durch welche die Gegenstände gelb, grün. blau, violett erscheinen, nenne ich gelbmachend, grünmachend, blaumachend, violettmaehend. und so mit den übrigen. Denn, wenn ich manchmal von Licht und Strahlen rede, als wenn sie gefärbt oder von Farben durchdrungen wären, so will icli dieses nie lit philosophisch und eigentlich gesagt haben, sondern auf gemeine Weise, nach solchen Begriffen, wie das gemeine Volk, wenn es diese Experimente sähe, sie sich vorstellen könnte. Denn, eigentlich zu reden, sind die Strahlen nicht farbig, es ist nichts darin alseine gewisse Kraft und Disposition das Gefühl dieser oder jener Farbe zu erregen: denn wie der Klang der Glocke, einer Musiksaite, eines anderen klingenden Körpers nichts als eine zitternde Bewegung ist, und in der Luft nichts als diese Bewegung, die vom Obj ect fortgepflanzt