﻿lieber Schopenhauers Theorie der Farbe.
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aber, d. h. bei Finsterniss oder Schwarz, tritt ünthätigk eit der Retina ein1)« (S. 23 .
Die Thätigkeit der Retina hat Grade, in denen das Licht oder Weiss mit stetigem Uebergange durch Halbschatten oder grau, der Finsterniss oder dem Schwarz sich annähert.
Diese Grade der verminderten vollen Thätigkeit der Retina bezeichnen eine blos theilweise Intensität derselben2 .
Schopenhauer findet nun, indem er die Beschaffenheit und Gesetzmässigkeit jener subjectiven Erscheinungen untersucht, welche man die »complernentärcn Nachbilder« nennt, sofort, dass die volle Thätigkeit der Retina oder Weiss, nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ theilbar sei, und dass diese Art der Theilung allemal »wirklich vollzogen wird, sobald dem Auge irgend eine Farbe, auf welchem Wege es auch sei, gegenwärtig ist« S. 2(> .
Denn biete man dem Auge statt einer weissen, eine irgendwie gefärbte Scheibe, so werde durch diese nicht mehr die volle Thätigkeit der Retina erregt, wie durch jene.
Die farbige Scheibe vermag eben nur einen Theil derselben hervorzurufen, den anderen zurücklassend; so dass jene Thätigkeit der Retina sich nunmehr qualitativ get heilt hat, und in zwei Hälften auseinander getreten ist, davon die eine sich als farbige Scheibe darstellt, die andere dagegen zurückbleibt und nun von selbst, auch ohne neuen Reiz, als anders gefärbtes Spectrum nachfolgt. Beide, die farbige Scheibe und das nachfolgende, anders gefärbte Spectrum, als die bei dieser Erscheinung getrennten qualitativen
1 Das sind Sätze, welche wir heute noch unterschreiben. Die Beziehung zwischen Unthätigkeit der Retina und Finsterniss oder Schwarz ist wohl nie bezweifelt worden, und Schopenhauer hat sie nicht erst aufgefunden. Dagegen ist die Erklärung des Weissen, durch die volle Thätigkeit des Auges, in dem Sinne nämlich, in welchem, wie man später sehen wird, er das Wort »voll« nimmt, seiner Theorie eigenthiimlieh. Diese Erklärung des Weissen stimmt aber vollkommen mit unserer heutigen Theorie überein. Auch wir betrachten das Weisse in demselben Sinne wie Schopenhauer, als den Empfindungsausdruck der vollen Thätigkeit der Retina, nur können wir, nach unserer Hypo-these, noch die detaillirtere und tiefere Auskunft geben, dass die volle Thätigkeit der Retina in der gleichzeitigen und gleichmässigen Erregung aller drei Fasergattungen, der roth empfindenden , der grün empfindenden und der violett ;bhur.' empfindenden, bestehe.
- Auch die V.>un<;-ltElmholtz'schc Theorie erklärt weiss, grau, schwarz als blos quantitative oder intensive Abstufungen, resp. Verminderungen jener »vol len« Thätigkeit der Retina, welche die Empfindung »weiss« bewirkt, und in der gleichzeitigen und gMchgradigen Erregung aller drei Fasergattungen besteht.