Der elektrische Doppelhebel. 	827

Metallaxe in dem Ringe, mit welchem er auf ihr sitzt, weiterdreht; die Hebel
welche bei A in einer geraden Fluchtlinie standen, bilden nun einen nach oben
offenen stumpfen Winkel (a) mit einander, und behalten denselben, in Folge 
des
Minimums regulirbarer Reibung, mit welcher der secundre Hebel auf der 
gemein-
schaftlichen Metallaxe schleift, so lange bei, bis der secundiire Hebel an 
das
Gegenschrnbchen stsst, von wo ab sich der Winkel a bis zur Vollendung des
Rckschwungs desprimrenHebels allmhlich in dennach unten offenenstumpfen
Winkel a' verwandelt. Bei C Rckschwung des primren Hebels bei unterbro-
chener Berhrung an der Contactschraube; der Beginn dieser Unterbrechung fiel
genau mit dem Beginn des Rckschwungs zusammen; bei D Berhrung des secun-
diiren Hebels mit der Gegenschraube, im weiteren Verlauf der rckgngigen Be-
wegung; bei E Vollendung des Rckschwungs bei fortdauernder Berhrung an der
Gegenschraube. Bei F endlich hat die Unterbrechung der Berhrung an der
Gegenschraube im Momente der Umkehr der Bewegung des primren Hebels (vgl.
den Pfeil) so eben erst stattgefunden.


II.
	In Erwgung der ausserordentlich mannigfaltigen Anwendbarkeit
und Brauchbarkeit des elektrischen Doppelhebels zu physikalischen
und physiologischen Zwecken, wollte es mir seither wnschenswerth
und verdienstlich erscheinen, eine solche Form des elektrischen Dop-
pelhebels zu ersinnen, welche als eine Art Universal-Contact-
Vorrichtung unter allen Umstnden und in allen Fllen, wo sie
unentbehrlich ist, leicht, bequem und sicher angewendet werden
knnte, ohne dass man nthig htte etwas anderes zu thun, als sie an
einem passenden Trger zu befestigen und die bewegten Theile so mit
ihr in Verbindung zu setzen, dass sich die zu registrirenden Bewegun-
gen mit oder ohne Vergrsserung oder Verkleinerung exact und sicher
auf dieselbe bertragen.
	Ich erlaube mir eine ausfhrliche Beschreibuug jener handlichen
Form des elektrischen Doppelhebels, - durch Abbildungen erlutert
- im Folgenden zu geben, bei welcher ich nach langem Probiren und
Ueberlegen stehen geblieben bin und von welcher ich mir versprechen
zu knnen glaube, dass sie den angedeuteten Anforderungen mglichst
gengt. Mge sie eine hnliche weite Verbreitung und hufige Ver-
wendung im Kreise der Experimental-Physiologen finden, wie der
aKaninchenkopfhalters, welchen ich vor einigen Jahren angegeben und
a. a. 0. S. 235, in den Sitzber. der k. Akad. d. Wiss. zu Wien be-
schrieben habe.
	Das Grundstck der ganzen Vorrichtung (vgl. auf der Tafel Fig. 4,
Fig. 5, Fig. 6 ist ein vierkantiges Prisma (H) von isolirender Kamm-
masse (Hartgummi;, dessen Querschnitt ein Quadrat von 10 mm Seite
ist, und dessen Lnge oder Hhe 19 mm betrgt.
