﻿S42
Nachweis echter hypnotischer Erscheinungen bei Thieren.
der Wirksamkeit sei, und eine hervorragende Rolle bei Hervorrufung der merkwürdigen Nervenalteration spiele, und ebenso auch die sanfte Gewalt und unvermeidliche Berührung beim Bezwingen und Festhalten der Thiere nicht ganz bedeutungslos sein könne, während, im Gegen-theil, die supponirte leise mechanische Dehnung oder Zerrung und Pressung der centralen Nervensubstanzen bei der Geradestreckung des Halses und Kopfes — wenn sie überhaupt wirklich zu Stande kommt — wohl nichts mit den fraglichen Erscheinungen zu tliun haben dürfte.
Mit Bezug auf den letzten Punkt erschien mir schon der Umstand als Fingerzeig, dass es mir durchaus nicht gelingen wollte, Tauben, die, wie die Hühner, in der Bauch- oder Seitenlage festgehalten wurden, durch einfaches Geradstrecken und Niederhalten des Halses und Kopfes regungslos zu machen, obschon doch bei ihnen die gleiche Wahrscheinlichkeit für eine hierdurch bewirkte leise mechanische Alteration gewisser Hirn- und Rückenmarkstheile vorlag, wie bei den Hühnern, Enten, Gänsen, Truthühnern und dem Schwan.
Mit Bezug auf eine Wirksamkeit der sanften Gewalt, welche den widerstrebenden Muskeln angethan wird, indem man die Thiere bezwingt und festhält, und in Bezug auf eine Wirksamkeit des Eindruckes auf die Hautnerven, welcher beim Berühren, Festhalten oder Binden der Thiere unvermeidlich ist. sind dagegen die folgenden Versuche und Erfahrungen von Wichtigkeit.
I. Es ist mir häufig der Fall vorgekommen. dass ein Huhn. welches so eben nach minutenlanger, durch Festhalten in der Bauch- oder Seitenlage und Geradstrecken des Halses und Kopfes hervorgerufener Regungslosigkeit erwacht und entflohen, sofort aber wieder eingefangen worden war. augenblicklich in den wunderbaren lethargischen Zustand zurückversetzt werden konnte, indem man das auf seinen Füssen stehende Thier - seinen Muskelwiderstand mit sanfter Gewalt überwindend— in die hockende Bauchstellung niederdrückte. Kopf und Hals waren dabei immer ganz frei und unberührt geblieben. Schon während des allmählichen sanften Niederdrückens beobachtete ich ein merkwürdiges Verhalten des Thiere». Der Kopf blieb nämlich, wie von unsichtbarer Gewalt festgehalten, an seinem Orte im Raume fixirt, indem sich der Hals in dem Masse streckte und verlängerte, als der Rumpf nach unten rückte ; — und als ich das völlig niedergeduekte Thier losliess, blieb es minutenlang in dieser sonderbaren Attitüde starr und regungslos sitzen. Hier war also der fragliche Zustand nur in Folge der Berührung und sanften Gewalt, welcher das Thier ausgesetzt worden war, eingetreten : freilich hatte sich das Thier kurz vorher in demselben Zustand befunden, was eine Geneigtheit zurück-