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Nachweis echter hypnotischer Erscheinungen bei Thieren.
Ohr- oder Kieferwinkelgegend desselben angelegten Daumens derselben Hand sanft gegen die Bütte des gekrümmten Zeigefingers angedrückt und den fraglichen Zustand hervorgerufen , welcher trotz der noch offen gebliebenen Augen so intensiv sein konnte, dass sich das Thierehen aus der geöffneten Hohlhand auf die Tischplatte schieben Hess, und daselbst noch minutent a n g regungslos. aber heftig ath-mend. auf dem Rücken liegen blieb !
Hei allen diesen Versuchen wird nun der fragliche Zustand der Regungslosigkeit, welcher in gewöhnlichen Schlaf übergehen kann, offenbar zunächst wieder nur durch die Folgen des Eindruckes hervorgerufen, welchen wir durch die Berührung und sanfte Gewalt des Festhaltens auf die Thiere machen.
3. Dass die Erregung gewisser Hautnerven durch Druck oder Pressung schon ganz allein im Stande ist, die normale Functionsfähigkeit bestimmter Th eile des centralen Nervensystems für längere Zeit zu alteriren und sogar aufzuheben, zu hemmen, wodurch Thiere in einen Zustand verfallen, der sich zunächst durch eine Art von Stupidität und Willenlosigkeit charakterisirt, beweist der schöne Versuch am Frosch, den Lewissox in seinem Aufsatz : »FeberHemmung der Thätigkeit der motor. Nervencentrcn durch Reizung sensibler Nerven« im Du Bois-REiCHERï'schen Archiv. 1S69. S. 255. beschrieben hat.
Der Gesichtspunkt, unter welchem sich die uns hier beschäftigenden Zustände und Erscheinungen dem Auge des Physiologen darbieten, berechtigt mich, den LEWissox’schen Versuch als zur Sache gehörig herbeizuziehen, sowie auch noch auf eine neuro-physiologische Tliat-sache beiläufig hinzuweisen, welche ich im 7. Bande, 1856, der »Zeitschrift für wiss. Zoologie«, S. 342, mitgetheilt habe.
Dieselbe bezieht sich auf das Starr- und Regungsloswerden eines Tritons in Folge heftiger Quetschung sensibler Körpertheile, was insofern hierher gehört, als es auch ein Beispiel ist für die Alteration der normalen Functionsfähigkeit der Nerveneentren durch centripetal geleitete Eindrücke.
Doch kehren wir zu unserem alten KiRCHEß'schen »experimentum mirabile« am Huhn zurück.
Nach Analogie der zuletzt herbeigezogenen Erfahrungen möchte der Gedanke nahe liegen, ob nicht das Zusammenschnüren der Füsse des Huhns nicht blos dadurch. dass es das Thier fesselt und bezwingt, sondern auch dadurch, dass es Hautnerven presst, eines der causalen