LXV.

Nachweis echter hypnotischer Erscheinungen bei
Thieren,



[Wiener akademische Sitzungsberichte LXVI. Bd. 1872.]




	Die zufllige Veranlassung zu den nachfolgend mitgetheilten
Beobachtungen und Versuchen ber die, zum Theil lngst bekannten,
aber noch niemals nher gewrdigten, hchst interessanten und auf-
fallenden neuro-physiologischen Thatsachen war fr mich die gelegent-
lich erhaltene Notiz ber ein sehr sonderbares Verhalten des gewhn-
lichen Flusskrebses.
	Diese Notiz bestand in der Mittheilung eines einfachen Verfahrens,
Krebse zu - magnetisiren!
	Man halte, so hiess es, den Krebs mit der einen Hand fest und
mit der anderen fhre man magnetische Striche vom Schwanz gegen
den Kopf, indem man beim Streichen in der angegebenen Richtung
die Fingerspitzen dem Rcken des Thieres bis auf etwa lj4 Zoll - jede
Berhrung sorgfltig vermeidend - nhere, beim Zurckfhren der
Hand aber einen weiten Bogen beschreibe.
	Unter dieser Manipulation werde der Krebs nach kurzer Zeit ru-
hig und lasse sich dann senkrecht auf den Kopf stellen, wobei ihm
der Nasenstachel und die beiden einwrts geschlagenen Scheeren als
Untersttzungspunkte dienten.
	In dieser absonderlichen und unnatrlichen Stellung verharre das
Thier nun regungslos, bis man es durch entgegengesetzte, vom
Kopf- gegen das Schwanzende gerichtete Luftstriche - entmagneti-
sire((, worauf es sich wieder zu bewegen anfange, das Gleichgewicht
verliere, umschlage und zu entfliehen suche
	Da mir mein Berichterstatter als ein ruhiger, besonnener und vl-
lig glaubwrdiger Charakter bekannt war und ernsthaft versicherte,
diese ganze wunderliche Sache nicht nur oft mit angesehen, sondern
