S38 	Nachweis echter hypnotischer Erscheinungen bei Thieren.


Interesse verlieren, denn es waltet hierbei der grosse z w ei fa ehe
Unterschied ob, dass erstens die Regungslosigkeit bei unseren Ver-
suchsthieren durch unsere Veranstaltungen knstlich und will-
krlich hervorgerufen wird, whrend der unbehelligte Krebs von
selbst und ohne nachweisbare Veranlassung in Regungslosigkeit ver-
fllt, und zweitens, dass die Versuehsthiere regungslos bleiben, und
zwar auffallend lange, trotzdem sie in Folge ihrer oft hchst unna-
trlichen und gezwungenen Stellungen und Lagen einem fortwhren-
den mchtigen Anreiz zur Bewegung ausgesetzt sind, und sieh daher
ganz bestimmt nicht in einem vllig wachen und normalen Zustand
und Grade der Erregbarkeit und Functionsfhigkeit ihres Nerven-
systems befinden, whrend der unbehelligte Krebs augenscheinlich
gar keinem Anreiz zur Bewegung ausgesetzt ist und daher trotz seiner
Regungslosigkeit die volle normale Leistungsfhigkeit seiner Nerven-
Centra und Fasern immerhin noch besitzen kann, obschon sieh freilich
nicht entscheiden lsst, ob er nur kein Motiv zur Bewegung habe, oder
ob er sieh nicht etwa auch in einem abnormen oder schlafartigen Zu-
stande befinde.
	Jedenfalls kann es nach diesen meinen Beobachtungen als eine
neue und auffallende Thatsache registrirt werden, dass Krebse - we-
nigstens im Sptherbst und Winter, wo ihre Lebensgeister vielleicht
mehr als zu anderen Jahreszeiten herabgestimmt sein mgen - die
merkwrdige Eigenschaft besitzen, die dem vllig
wachen Zustande entsprechende normale Functions-
fhigkeit ihres Nervensystems, selbst in den unnatr
liebsten Lagen und Stellungen, welche die Quelle un-
unterbrochener Bewegungsanreize sind, zu verlieren,
sobald sie trotz ihres Widerstrebens, verhltniss-
mssig kurze Zeit bezwungen und festgehalten werden.
	Ob es sieh hierbei um eine Art von Reflex-Hemmung in Folge
des Eindruckes der Berhrung und des Zwanges, welchem die
Versuchsthiere ausgesetzt sind, oder aber um einfache Ermdungs-
erscheinungen, oder vielleicht schlafhnliche Zustnde handelt, welche
bei Krebsen berhaupt und unter allen Umstnden eintreten, wenn sie
eine Zeit lang wach und thtig waren - das mssen weitere Unter-
suchungen entscheiden.
	Einmal angeregt durch die eben mitgetheilten Versuche und Be-
obachtungen, zu welchen jene Notiz ber das sogenannte Magnetisi-
ren der Krebse die Veranlassung gegeben hatte, erinnerte ich mich
sogleich hnlicher ungenau beobachteter Thatsachen von knstlich
hervorrufbarer  Regungslosigkeit bei Vgeln, welche ich vom Hren-
