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Nachweis echter hypnotischer Erscheinungen hei Thieren.
sich nach länger oder kürzer andauerndem Geschrei und Umsichschla-gen endlich beruhigte — »wie. wenn es«, sagt er. »bei der Fruchtlosigkeit seiner Bemühungen, an der Flucht verzweifelnd, sich der Willkür des Siegers preisgäbe«.
Darauf zog Kiuciiki; in querer Richtung von jedem Auge aus einen geraden Kreidestrich auf den Boden hin. löste das fesselnde Band von den Füssen. und sah nun das Huhn, welches jetzt ganz frei und unbehindert war. regungslos liegen bleiben — selbst wenn er es aufzuscheuchen suchte.
Desshalb ^berichtet Kircher, dass der Kreidestrich von dem Tliiere. in Folge der überaus lebhaften »Imagination«, deren sich besonders die Hühner erfreuten, für ein Band gehalten werde, vermittelst welches es gefesselt sei, wie vorher an den Füssen, trotzdem diese letzteren bereits aller Bande los und ledig sind.
Damit liât nun Kircher, so genau sein Bericht auch der Wirklichkeit entspricht, etwas berichtet, was sich gar nicht ereignet hat. und seine sonst wahrheitsgetreuen Angaben in jene verhängnissvolle Kategorie der »ungenau beobachteten TlmtsachenJ« herabgesetzt, welche eine so grosse Rolle in der Geschichte des menschlichen Irrthums spielt.
Wir haben ja bereits gesehen, dass man das Huhn gar nicht erst mit Band zu fesseln, sondern blos mit Händen zu halten und niederzudrücken braucht, bevor und während man den Kreidestrich zieht, um es regungslos zu machen: — wie soll es aber da auf den Gedanken kommen, dass der Kreidestrich ein Band sei. womit cs gefesselt werde, da ihm eine Fesselung mit einem Band überhaupt gar nicht widerfahren ist !
Ferner könnte das Thier nicht wohl liegen bleiben, sobald der Kreidestrich weggelöscht wird — und doch zeigt, wie ich gefunden habe, die Erfahrung, dass man den Kreidestrich vorsichtig weglöschen kann, ohne den Zauber sofort schwinden zu sehen.
Das könnte freilich auf einer Nachwirkung beruhen, aber ich fand, dass man den Kreidestrich überhaupt gar nicht zu ziehen braucht, und der Versuch dennoch gelingt: — es genügt dazu, das Thier durch einige Zeit einfach festzuhalten und den Hals summt dem Kopfe gerade gestreckt auf die Unterlage mit sanfter Gewalt niederzudrücken, — ohne den Kreidestrich hinzu zu zeichnen!
Auf diese einfache Weise, und ohne allen Kreidestrich, habe ich nicht nur Hühner, sondern auch Euteu, Gänse, Truthühner und sogar einmal einen scheuen und sehr ungeberdigen Schwan in jenen eigen-thümlichen Zustand der Stupidität und Willenlosigkeit versetzt.