	Nachweis echter hypnotischer Erscheinungen bei Tlneren.	845
Momente bei Hervorbringung der zu beobachtenden neuro-physiologi-
sehen Erscheinungen wre.
	Dies mag vorlufig dahingestellt bleiben. Dagegen habe ich hier
noch den interessantesten Theil meiner Untersuchungen ber das
Kircher'sche Experiment auseinanderzusetzen.
	Es handelt sieh um die Entscheidung der Frage: Hat der Kreide-
strich in dem KIRcHER'schen Experiment irgend eine Bedeutung oder
nicht? - und wenn er eine hat - welche?
	Ich habe schon frher erwhnt, dass es mir nicht gelingen wollte,
Tauben, welche ich wie die Hhner behandelte, indem ich sie lngere
Zeit in der Bauch- und Seitenlage festhielt, und ihren gerade ge-
streckten Hals und Kopf auf die Unterlage sanft niederdrckte, in
jenen Zustand der Regungslosigkeit zu versetzen.
	Ich versuchte es daher, die Tauben wie die kleinen Vgel zu be-
handeln, d. h. sie in der Rckenlage mit etwas nach hinten ber-
gebogenem Kopf, den ich in der Ohr- und Kieferwinkelgegend z\vi-
sehen Daumen und Zeige- oder Mittelfinger der einen Hand fasste,
niederzuhalten.
	Aber auch dieses Verfahren, welches bei den Vgelehen so wirk-
sam ist, schien bei den Tauben zu versagen. Fast immer flogen sie
fast augenblicklich auf und davon, so wie ich sie losgelassen und meine
Hnde entfernt hatte.
	Ich bemerkte jedoch bald, dass die kurze Zeit, whrend welcher
die Tauben nichtsdestoweniger ruhig in ihrer Stellung verharrten,
nachdem ich sie losgelassen hatte, betrchtlich wuchs und sich zu
Minuten ausdehnte, wenn ich die Finger der Hand, welche den
Kopf hielt, zwar von einander that, um den Kopf loszulassen, die Hand
selbst aber nur wenig zurckzog oder berhaupt gar nicht entfernte,
whrend die andere den Rumpf haltende Hand schon lngst ganz ent-
fernt worden var.
	Indem ich diese Spur neuer Thatsachen eifrig weiter verfolgte,
entdeckte ich zu meiner Ueberraschung, dass es sich dabei um die
Fixirung des Blickes und der Aufmerksamkeit der Taube auf meine
nahe vor ihren Augen befindlichen Finger handelte.
	Ich versuchte nun, einer Taube, die ich in der Rcken-, Bauch-
oder Seitenlage mit der einen Hand festhielt, deren Hals und Kopf
aber ganz frei und unberhrt blieb, einen Finger der anderen Hand
quer oder in senkrechter Richtung knapp vor die Glabella (Stirn-
Sehnabelwurzelgegend zu halten, und siehe da! - gleich die erste
Taube, welche ich in dieser Weise behandelte, blieb, nachdem ich die
den Rumpf derselben haltende Hand entfernt hatte, vor meinem ihr
