	Nachweis echter hypnotischer Erscheinungen bei Thieren.	841
welcher es den Thieren fr krzere oder lngere Zeit unmglich macht,
zu entfliehen, oder auch nur ihre oft sehr unbequemen Stellungen und
Lagen zu verndern.
	Dieser Zustand dauerte bei Hhnern, an denen ich zumeist expe-
rimentirte, mitunter viele Minuten und war gewhnlich so intensiv,
dass ich die Thiere vorsichtig auf den Rcken wlzen konnte, ohne
sie hierdurch zu erwecken oder einen Widerstand von ihnen zu er-
fahren. Dabei verblieb der Kopf, wie von einer unsichtbaren Hand
festgehalten, in seiner ursprnglichen Orientierung im Raume (den
Scheitel nach oben, den Schnabel nach vorn und etwas nach unten.
indem sich der Hals entsprechend verdrehte, und von den Fssen
wurde immer der eine mit krampfhaft eingekrmmten Zehen hoch
emporgezogen , der andere hingegen nach unten gestreckt; in dieser
Attitde blieben die Hhner dann noch minutenlang, tief und heftig
athmend, und hie und da mal mit den Augen zwinkernd, sonst aber
ganz ruhig liegen - bis sie endlich von selbst, oder auf eine 
nach-weisliche 
ussere Strung hin iaehr oder weniger pltzlich zu sich
kamen und entflohen.
	Mein den Kreidestrich eliminierendes Verfahren des einfachen
Niederdruckens des gerade gestreckten Halses und Kopfes der, in der
Bauch- oder Seitenlage auf der Tischplatte festgehaltenen Thiere er-
wies sich bei verschiedenen der genannten Thiergattungen und hei
verschiedenen Thierindividuen derselben Gattung, -ja zu verschie-
denen Zeiten bei einem und demselben Individuum mehr oder weniger,
manchmal wohl auch gar nicht wirksam.
	Nichtsdestoweniger dachte ich natrlich zunchst daran, dass das
wirksame Hauptmoment auch bei der schon von Kircher angegebenen
Manipulation zur Hervorrufuug jener eigenthmlichen Alteration der
centralen Nerventhtigkeit der Hhner eben in der gewaltsamen, wenn
auch sanften Geradestreckung des Halses und Kopfes und in einer in
Folge dessen durch Ausgleichung der natrlichen Krmmungen wahr-
scheinlicher Weise gesetzten leisen mechanischen Dehnung oder Zer-
rung und Pressung der centralen Nervensubstanzen, nmlich des
Rckenmarkes und gewisser Hirntheile zu suchen sein msse, whrend
das Zusammenbinden der Fsse, sowie das Bezwingen und Festhalten
des Thieres, welches niemals ohne einen mehr oder weniger starken
und ausgedehnten Eindruck auf die Hautnerven und die widerstreben-
den Muskeln stattfinden kann, - und dann namentlich auch der
Kreidestrich vllig ohne alle Bedeutung und Wirkung seien.
	Allein dem ist nicht so, denn ich fand bald, dass der anschei-
nend ganz bedeutungslose  Kreidestrich  in der That von berraschen-
