	Nachweis echter hypnotischer Erscheinungen bei Thiercn.	843
gelassen haben konnte, bei der geringsten Veranlassung wieder in den-
selben zu verfallen; deoh ist nicht zu bersehen, dass allerdings das
Erwachen aus dem ersten Regungslosigkeitszustand, die Flucht und
das Wiedereingefangenwerden dazwischen liegen.
	2. Aehnliche Versuche, wo es sich anscheinend zunchst auch
nit r um einen Eindruck auf die Hautnerven und um die sanfte Gewalt
handelt, welche man den gengstigten Thieren anthut, indem man sic
bezwingt und festhlt, habe ich an den verschiedensten kleinen Vgeln,
wie Stieglitzen, Zeisigen, Canarienvgeln, Rothkehlchen u. s. w. an-
gestellt. Mir hat der hiesige Thiergartenbesitzer Herr G e up el -
\V hit c mit zuvorkommendster Bereitwilligkeit sein reiches Material
an in- und auslndischen Vgeln zur Disposition gestellt, wofr ich
ihm hicmit meinen besten Dank ffentlich ausspreche.
	Bei der Lebhaftigkeit dieser kleinen Geschpfe sind diese Ver-
suche besonders auffallend und berraschend.
	Vielen Vogelliebhabern ist die 'fhatsache bekannt, dass diese
rrhierchcn krzere oder lngere Zeit regungslos liegen bleiben und
keinen Versuch machen zu entfliehen, nachdem mau sic einfach mit
etwas nach hinten bergebeugtem Kopfe sanft auf den Rcken gelegt
und kurze Zeit in dieser Lage festgehalten hat und dann ganz frei
lsst!
	Ich stellte den Versuch in der Art an, dass ich den Leib des auf
den Rcken gelegten Vgelchens mit der einen Hand festhielt, wh-
rend ich den etwas nach hinten bergebogenen Kopf von beiden Seiten
her zwischen Daumen und Zeigefinger der anderen Hand fasste.
	Aber auch in sitzender Stellung, den etwas nach hinten berge-
bogenen Kopf zwischen den an die Ohrgegend angelegten Daumen
und Zeigefinger sanft festhaltend, versetzte ich die Vgelehen in
jenen
eigenthmliehen Zustand der Stupiditt und Willenslosigkeit; dabei
behielten sie die Augen oft ganz offen, zuweilen aber schlossen sie die-
selben und jener Zustand ging augenscheinlich in gewhnlichen Schlaf
ber.
	Ich habe wiederholt gesehen, dass Vgelehen, die beim Loslassen
der haltenden Finger ganz frei mit offenen Augen regungslos sitzen
geblieben waren, allmhlich die Augen schlossen und einschliefen, das
Gleichgewicht verloren, darber momentan erwachten, sieh aber wie-
der zurecht setzten und fortschliefen, bis sic endlich, nach einem Zeit-
raum von 15 Minuten und mehr seit dem Loslassen und Entfernen der
haltenden Hnde, vllig erwachten und fortflogen.
	Manchmal habe ich ein Vgelehen auch nur in einer Hohlhand
gehalten und das hervorstehende Kpfchen mit der Spitze des an die
