Ueber den Kehlkopfspiegel. 	853


	Die Schwierigkeiten liegen mehr auf Seite des Beobachteten als
des Beobachters denn der letztere hat nur die Beleuchtung zu regu-
liren, den Spiegel vor dem Beschlagen mit Wasserdampf zu bewahren,
und ihm die passende Stellung zu geben, whrend der erstere die un-
angenehme Berhrung so empfindlicher und zur Auslosung heftiger
Reflexerscheinungen nur allzugeeigneter Theile, wie die Schlundorgane
auszuhalten hat.
	Was die Beleuchtung betrifft, so haben sichGARCIA und Trck
des direct einfallenden Sonnenlichtes bedient. Ich habe bei meinen
Versuchen aber auch helles Lampenlicht mit Erfolg angewendet, und
dasselbe entweder direct einfallen lassen, whrend ich an der Flamme
vorbeisah, oder aber, was brigens auch bei Sonnenbeleuchtung sehr
zu empfehlen ist, mit einem grossen durchbohrten Concavspiegel ich
bentzte den Spiegel vom RUETE'schen Augenspiegel, welchen ich der
Gte des Hrn. Prof. BRCKE verdankte': auf den Kehlkopf reflectirte.
	Die Anwendung des Angenspiegels hat den grossen Vortheil dass
der Theil, den man eben sieht, auch immer derjenige ist, welcher in-
tensiv beleuchtet wird, weil sich das Auge in der Richtung der Licht-
quelle befindet, und die Richtung der Lichtstrahlen bekanntlich die-
selbe bleibt, wenn der Einfallswinkel zum Reflexionswinkel, der
Reflexions- zum Einfallswinkel wird.
	Das Beschlagen des Spiegels mit Wasserdmpfen verhindert man
auf hinreichend lange Zeit leicht und sicher dadurch, dass man den
Spiegel einige Secunden in heisses Wasser taucht oder, besser noch,
ber einer nicht russenden Flamme erwrmt.
	Die passende Stellung und Lage des Spiegels findet man nach
einigen Versuchen leicht, und erlangt eine grosse Fertigkeit darin so-
wohl, als darin, den Beobachteten zur Annahme der passendsten Lage-
rung der Organe zur Untersuchung der Stimmbnder ist es die, welche
der Erzeugung hoher Falsettne entspricht zu vermgen.
	Um in den Kehlkopf selbst hineinzusehen, habe ich den unteren
Rand des Spiegels immer an die hintere Rachenwand andrcken ms-
sen, indem ich den Spiegel unter dem weichen Gaumen durchfhrte
und die Uvula mit seiner hinteren Flche emporhob.
	Damit der weiche Gaumen nicht so leicht abgleite und die Uvula
sich nicht zwischen den Spiegelrand und die Rachenwand hineinschiebe,
habe ich zweckmssig gefunden etwa auf der Mitte der hinteren Flche
des Spiegels einen niedrigen Wulst ans Wachs zu befestigen, vor dem
der Gaumenrand zu liegen kommt und fixirt wird.,
	Es ist oben erwhnt worden, dass der Kehldeckel einen nicht un-
betrchtlichen Theil der Stimmbnder verdecke. Dieser Uebelstand
