﻿Ueber den Kehlkopfspiegel.
861
deutung verlöre, ich erinnere liier an den Augenspiegel, den immer nur einzelne Aer/.le mit sicherem Erfolg zu handhaben wissen werden.
Man darf übrigens noch nicht verzweifeln, diese 1 ebelstände durch Geschicklichkeit möglichst unschädlich zu machen oder durch gewisse Mittel dereinst noch ganz zu beseitigen. In letzterer Beziehung kann ich schon jetzt darauf aufmerksam machen, dass die nach tausendfältiger Erfahrung so unschädliche Narkose mit Herrn Zahnarzt Wkiukr's Mischung von Aether und Chloroform im Stande ist, die störenden Reflexerscheinungen, wie ich mich seihst überzeugt habe, ganz zu unterdrücken, so dass man während der tiefen Narkose ohne besondere Schwierigkeiten Instrumente zur Dilatation des Schlundes und zur Hebung der die Einsicht in den Kehlkopf hindernden Epiglottis einführen kann.
Nach den glänzenden Resultaten, welche ich unter günstigen Umständen an mir selbst mit Gakcia’s Spiegel erzielt hatte , hielt ich es — obschon selbst dem praktischen Berufe fernstehend — wie gesagt, für meine Pflicht, jene P ntersuehungsmethode der Aufmerksamkeit der Praktiker dringend zu empfehlen, nicht als ob icli glaubte, dass es immer und bei jedem Individuum ohne weiteres gelingen werde, mit lohnendem Erfolg zu operiren, aber doch in der festen IJeberzeugung, dass sich unter den Kchlkopfkranken ohne Zweifel Viele jene Fertigkeit in der willkürlichen Anordnung der Theile erwerben dürften, welche den Einblick in den Kehlkopf und tiefer hinab ermöglicht und welche ich seihst z. B. in hohem Grade besitze; und dann, dass Gahcia s l ntersuehungsmethode bei allen Individuen, die sich an die Berührung ihrer Schlundtlieile nur etwas gewöhnt haben, eine genaue Besichtigung wenigstens des Zungengrundes, der Epiglottis, der von der Epiglottis unverdeckton Larynxparthieen und der tieferen Schlund-, sowie der oberen Raehcnthcile gestatten wird, welche sonst nur schwer oder gar nicht zur Anschauung zu bringen sind — was auch nicht ganz
werthlos sein dürfte.
Nach meinen Versuchen an Narkotisirten liegt es übrigens nur noch an den Praktikern selbst, sich die nöthige Dexterität zu erwerben, um schnell und sicher zu operiren und Gakcia’s Methode mit einiger Anstrengung ihrer eigenen Erfindungsgabe so weit auszubilden , dass sie nicht nur in diagnostischer, sondern auch in operativer Beziehung jenen Nutzen wirklich stiften möge, welchen man besonnener Weise a priori von ihr überhaupt erwarten kann.
Schliesslich ersuche ich die geehrten Herrren mir in kleineren Gruppen ins Nebenzimmer zu folgen, wo ich Ihnen die Bewegungen der Stimmorgane an mir selbst demonstriren werde.