﻿LX VII.
Ein in tier Sitzung der Gesellschaft der Aerzte zu Wien, am 9. April 1858 gehaltener Vortrag.
[ Wiener ttiedwin- Wochensehr. Sr. It;. 17. April /80,]
Einer freiuulliclien Aufforderung des Herrn Prof. Hehra folgend, werde ich die Ehre haben, der liocliansehnliehen Gesellschaft den Kehlkopfspiegel und seine Anwendung zu (lemonstriren.
Manuel Garcia1'; hat sich bekanntlich der Erste eines kleinen, an einem langen Stiel befestigten Spiegelchens bedient, um mit erheblichem Erfolge den Kehlkopf im lebenden Menschen zu untersuchen. Seine schönen Beobachtungen erstreckten sich jedoch wesentlich nur auf die Bildung der Stimme und ihrer Register. ln dieser Beziehung war kaum auf eine ergiebige Nachlese an neuen Thatsachen zu rechnen, allein das Verhalten des Kehlkopfes beimAthmen, beim Schlingen, beim llervorbringen der sog. Kehllaute insbesondere der arabischen) u. s. w. blieben Gegenstände, welche noch eine gründliche Untersuchung nach Garcia’s Methode verlangten und verlohnten. Ich hatte mir daher die möglichst erschöpfende Eruirung derselben zur besonderen Aufgabe gemacht und schon vor einigen Monaten dem Herrn Prof. Ludwig meine Absicht mitgetheilt, Garcia’s Untersuchungen zu controliren und in den angedeuteten neuen Richtungen weiter auszudehnen.
Bei dieser Gelegenheit sagte mir Prof. Ludwig, dass Herr Prim. Dr. Tükck schon vor längerer Zeit — ohne von Garcia’s Untersuchungsmethode etwas zu wissen — selbstständig auf die Idee gekommen sei, vermittelst eines Spiegelchens den Kehlkopf von Kranken seiner Abtheilung zu untersuchen, ihm selbst einige von Garcia beob-
1 Philosophical Magazine etc. 1855. Vol. X, p. 218.