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Ueber den Kehlkopfspiegel.
Der Kehlkopf und die ihn bedeckenden Gebilde sind niindich an manchen »Stellen ziemlich durchscheinend, so dass bei zarteren Individuen. schon wenn die Sonne von aussen auf den Kehlkopf scheint, die Glottis in röthlichem Schimmer erglüht.
Concentrirte ich das Sonnenlicht auf jenen Stellen der Haut, so wurden die einzelnen Th eile des Kehlkopfes auch bei mir wie die vor ein Licht gehaltenen Finger der Hand so stark glühend roth durchleuchtet, dass man sie recht deutlich unterscheiden konnte.
In dieser Durchleuchtungsmethode hoffe ich endlich ein Mittel entdeckt zu haben, um über die Dicke der Stimmbänder für die verschiedenen Register Beobachtungen anstellen zu können.
Die Leistungen des Kehlkopfspiegels unter günstigen Bedingungen sind wahrhaft überraschend. Ich habe nämlich nicht nur den Zungengrund, die Epiglottis, die Cart, ari/kmoideae. die hinteren zwei Drittel ') der Stimmbänder, die Venir. Morgagnii und ein gutes Stück der Tracheal Schleimhaut mit dem Spiegel gesehen, sondern es war mir möglich , an mir selbst durch geschickte Disposition der Theilc auch die untere oder hintere Fläche der Epiglottis in ziemlicher Ausdehnung, die ganzen Stimmbänder, mit Ausnahme eines sehr kleinen Stückes, welches die Epiglottis stets verdeckt, das aber noch lange kein Drittel der Stimmbänder beträgt, und sogar die Theilungsstelle der Trachea und die Anfänge der Bronchien zur Anschauung zu bringen.
Von der letzteren, für vorschnell Urtheilcnde fast unglaublichen Thatsache haben sieh Herr Prof. Bruecke und Herr Dr. Eleingek, welcher mir eine ganze Reihe solcher Ansichten nach der Natur zeichnete , überzeugt, ich selbst freilich konnte bisher den Anfang meiner Bronchien in dem bei der Selbstbeobachtung Torgehaltenen Gegenspiegel wegen der zu diesem Ende nöthigen Streckung des Halses nocii nicht sehen.
Beiläufig erwähne ich noch, dass man mit dem langgestielten Spiegelchen Garcia's wenn man es mit seiner spiegelnden Fläche nach aufwärts statt nach abwärts kehrt, die hintere Fläche des weichen Gaumens, und wenn man diesen noch weiter nach vorn und oben zieht, die Choanen, die Mündungen der Tuben und den oberen Theil der Rachenhöhle wird untersuchen können. Herrn Dr. Jos. Gruber verdanke ich seit einigen Tagen die Notiz, dass schon W. R. Wilde (Praktische Beobachtungen über Ohrenheilkunde, übersetzt von Dr. E. v. IIa,selber«. Göttingen, Wiegand, 1855, pag. 119) davon spricht,
'■ Garcia 1. c. p. 2ls.