﻿Uebcr den Kehlkopfspiegel.	859
einen .Spiegel zur Untersuchung der Tubenmündungen angewendet zu haben.
Ueber die Resultate meiner bisherigen physiolog. Untersuchungen mit dem Laryngoskop, welche ich demnächst ausführlicher und mit Abbildungen nach der Natur erläutert der Oeffentlichkeit zu übergeben gedenke Abh. XLIU, will ich hier nur Folgendes andeuten.
Zunächst kann ich die Richtigkeit der Garcia'sc heu Beobachtungen im Allgemeinen bestätigen: namentlich das auffallend weite ( Mfenstehen der Glottis beim ruhigen Athmen, die überraschend freien und raschen Bewegungen der Arytenoid-Knorpel, wenn die Glottis zum Tönen verengt werden soll, und die Verschiedenheit der Stellung des Kehldeckels und seiner Distanz von den Arytenoid-Knorpeln bei sonoren Brust- und bei Falsettönen. Garcia’s weitere Detailangaben über die Bildung der Register habe ich bis jetzt noch nicht genauer geprüft.
Dagegen habe ich beobachtet, dass die Arytenoid-Knorpel unter Umständen leicht in ähnliche Mitbewegungen gerathen. wie die N:isenil iigel bei Dispnoe. indem sie sich bei jeder Exspiration einander etwas nähern, bei jeder Inspiration von einander entfernen.
Der Kehldeckel, welcher bei mir auch bei etwas nach hinten übergebogenem Halse und ungezwungen im Munde gehaltener Zunge mit dem obern Tlieile seiner Seitenränder die hintere Pharynxwand berührt, so dass zwischen dieser und seinem obern, nach hinten con-caven Rande nur ein kleiner ovaler Spalt zum Durchgang der Respirationsluft übrig bleibt, behält diese Stellung für das tiefe u bei, hebt sich aber sofort von der Rachenwand ab, wenn man ü spricht, und tliut dies noch mehr, wenn man, ohne den Zungengrund allzuhoch emporsteigen zu lassen, — um den Spiegel nicht ganz zu verdecken — ein i hervorzubringen sich bemüht.
Meine Beobachtungen über den Mechanismus des Verschlusses des Kehlkopfes haben mich auf ein von den Anatomen nicht hinreichend gewürdigtes Verhältnis aufmerksam gemacht.
Das untere oder vordere Ende der Epiglottis springt nämlich als ein meist ziemlich starker nach hinten convexer Wulst hervor und verliert sich durch seinen Schleimhautüberzug bis gegen jenen Punkt des Thyreoid-Knorpels, an welchem die vier Stimmbänder befestigt sind. Viele neuere anatomische Abbildungen und Beschreibungen stellen dieses Verhältnis entweder ganz unrichtig oder doch ungenügend dar, obgleich es kaum zu übersehen ist und schon Santorini und Sömmer-ixg, nach ihren Abbildungen zu schliessen, bekannt war. Herr Dr. Türck liât mir vor einiger Zeit die Mittheilung gemacht, dass sich