﻿II. Das Ohr und das Hören.
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Dass diese Muskeln alter nichtsdestoweniger wirklich vorhanden sind, zeigt die anatomische Präparation und die Fähigkeit mancher Menschen, dieselben willkürlich spielen zu lassen.
So pflegte z. B. der berühmte Anatom Albinus, der 1697 geboren war, — wenn er in seinen Vorlesungen an der Universität Leyden zu diesem G egenstande kam, seine Allongen-Perrücke mit Feierlichkeit abzuheben und den Schülern die Wirkung dieser Muskeln an seinen eigenen Ohren zu demonstriren.
Wahrscheinlich erfreute sich Albinus nicht immer eines so zahlreichen Auditoriums, wie ich im gegenwärtigen Augenblicke — sonst hätte er sich zu seiner Demonstration — um sie allen Anwesenden sichtbar zu machen — eines ähnlichen Hilfsmittels bedienen müssen, wie ich mir ausgesonnen habe vgl. Fig. 17', um Ihnen Allen jetzt die willkürlichen Bewegungen meiner eigenen Ohrmuscheln zu zeigen. — Ich binde mir zu diesem Ende ein Stirnband um den Kopf, an welchem ein kleiner Fühlhebel befestigt ist ; stütze den Hebel vermittelst eines Stäbchens, an dem sieh ein Drahthäkchen be-flndet, auf das Ohr, indem ich das Häkchen in die Muschel einhänge — und Sie sehen nun wie die schuhlange mit Blattgold überzogene Vogelfeder, welche auf der Spitze des Fühlhebels steckt, die willkürlichen Bewegungen meines Ohres in vergrüssertem Maassstah wiedergibt.
Nach diesem beiläufigen Excurse über die Ohrmuschel kehre ich zu der Auseinandersetzung der akustischen Vorgänge im Ohre zurück.
Fig. J7. Fühlhebel zur Demonstration der willkürlichen Bewegungen der Ohrmuschel.
S ein Stirnband, an welchem eine Messingplatte p befestigt ist, die einen senkrechten Stab mit horizontaler Bohrung und Schräubchen (sj trügt. In der Bohrung steckt ein Stäbchen, das mit einer Stahlnadel (z) gelenkig (bei a) verbunden ist. Auf die Stahlnadel ist ein federndes Hülsclien (//) anfgeschoben, welches wieder mit der Gabel eines längeren verticalen Stäbchens (bei «') articulirt. Am unteren Ende desselben befindet sich ein durch das Schräubchen s' verstellbares Drahthäkchen (d), welches in die Ohrmuschel eingehängt wird. Auf die Spitze der Stahlnadel kommt zur Verlängerung des Fühlhebels, welchen die Nadel bildet, eine lange leichte , durch aufgelegtes Blattgold glänzend und weithin sichtbar gemachte Vogelfeder, so dass die kleinsten Bewegungen der Ohrmuschel das angehängte Ende des verticalen Stäbchens heben und sehr ausgiebige Bewegungen des Fühlhebels (s. den punktirten Contour z') veranlassen müssen.