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Populäre physiologische Vorträge.
Ich muss Ihnen liier, um kurz zu sein, die überraschende Mittheilung machen, dass es nur durch besondere physikalische Vorrichtungen gelingt, einen wirklich ganz einfachen Ton zu erzeugen und dass ein jeder Klang — wie ihn unsere verschiedenen musikalischen Instrumente durch ihre complicirten Schwingungen hervorbringen — niemals wirklich ein einziger, einfacher Ton ist, sondern stets zusammengesetzt aus me h r e r e n T ö n e n von verschiedener Stärke und Höhe, die gleichzeitig und in demselben Momente miteinander erklingen — sobald irgend eine Note eben durch eines unserer bekannten Musikinstrumente angegeben wird !
Von diesen einfachen Tönen, die, wie gesagt, einen jeden solchen scheinbar einfachen Klang zusammensetzen, wird derjenige, welcher der tiefste und stärkste ist, und deshalb auch durch seine Schwingungszahl die musikalische Höhe des ganzen Klanges bestimmt, der G run dt on genannt, während die übrigen höheren Töne, welche gleichzeitig aber in verschiedener Stärke noch mitklingen. die Obertöne heissen.
Der Grundton und seine Obertöne verschmelzen für das Gehör so sehr zu einer einheitlichen Empfindung —der des specifischen Klanges — dass sie nur durch besonders geübte und aufmerksame Ohren, oder durch besondere künstliche Veranstaltungen — einzeln aus dem Klange herausgehört werden können.
Sie sehen, verehrte Anwesende ! dass somit von der Form oder Zusammensetzung der periodischen Schwingungen— d. h. von der verschiedenen Anzahl und Stärke der Obertöne, die nebst dem Grundton im Klang enthalten sind, die Verschiedenheit der Klangfarbe oder des Timbres abhängt.
Wenn, um nur ein Beispiel anzuführen, die Violine und die menschliche Stimme das eingestrichene « nach einander angeben. — so stimmen diese, durch ihren Timbre leicht aus einander zu kennenden Klänge darin überein, dass sie beide dasselbe a mit seinen 440 Schwingungen in einer Secunde) zum Grundton haben; — sie unterscheiden sich aber dadurch von einander, dass beim a der \ioline die Obertöne in anderer Anzahl und Stärke mitklingen als beim a der menschlichen Stimme — und dies gilt für alle übrigen Musikinstrumente. Ich verzichte darauf, Ihnen noch mehr über "die Obertöne und ihr Intervallverhältuiss zum Grundton und zu einander Zusagen, sowie darauf, Ihnen zu zeigen, wie die Luftbewegung beschaffen ist, welche gleichzeitig erklingenden und neben einander bestehenden Tönen entspricht, die einen Klang zusammensetzen, denn einerseits müsste ich zu weitläufig werden, um leicht verstand-